Der peinlichste Moderator der Welt

Steve Coogan ist ein Held, zumindest in Großbritannien.
Während man den Komödianten hierzulande höchstens aus Filmen wie „Coffee and
Cigarettes“, „24 Hour Party People“ oder der vergesslichen Abenteuer-Komödie
„In 80 Tagen um die Welt“ kennt, hat er auf der Insel schon den einen oder
anderen Comedy-Preis eingeheimst. Unter anderem mit der von ihm erfundenen und allmählich
zu seinem Alter Ego ausgewachsenen Figur des Alan Partridge.
 
Als Alan Partridge ist Steve Coogan 1991 erstmals in
Erscheinung getreten. Für die Radio-Nachrichten-Sendung „On the Hour“ betätigte
er sich als Sportmoderator, den er drei Jahre später auch in der
(parodistischen) TV-Show „The Day Today“ gab. Einziges Problem dabei war, dass Alan von Sport überhaupt keine Ahnung hatte. Den Verdacht, dass
das Einzige, von dem Alan Partridge wirklich Ahnung hat, Alan Partridge ist, konnte
er zwischendurch mit „Knowing Me, Knowing You“ im Radio (1992) und später im
Fernsehen mit “Knowing Me, Knowing You with Alan Partridge“ (1995) und „I’m
Alan Partridge“ (2002) eindeutig erhärten.
 
Bei “Knowing Me, Knowing You with Alan Partridge“ ist der
Name Programm: Nicht nur der Titelsong, sondern auch alle anderen Melodien, die
Greg Ponder und seine Show-Band, die in jeder Sendung einen anderen Namen hat
(Schmidt!), darbieten, stammen von Abba. Alans Auftritt wird immer mit einem schwungvollen „Ah-ha“ aus dem Refrain des Titelsongs begonnen, die Gäste werden
vorgestellt mit: „Knowing Me, Alan Partridge, Knowing You, XY“. Und wehe, sie
vergessen das Ah-ha!“. Aber um das wirklich lustig zu finden, muss man das natürlich
erst mal gesehen haben, und dazu muss man erst mal an „KMKYWAP“ rankommen.
 
Danken möchte ich an dieser Stelle Oliver Nagel, der in
TITANIC 06/2005 und 07/2005 über die „Die wunderbare Welt der Britcom“
berichtet und mich unter anderem auch auf Alan Partridge aufmerksam gemacht
hat. Besonders gedankt sei auch den Hamburger Öffentlichen Bücherhallen, die Tausende
wunderbarer Medien zwischen Gaga und Goethe führen und mir den Zugang zu diesen
Schätzen der Fernsehunterhaltung ermöglichen. Vielleicht wird’s mit dem verdienten weltweiten Ruhm für Alan Partridge ja was, wenn der geplante Kinofilm endlich fertig ist (und die Synchronisation es nicht versaut).

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.