Der Herr der Unruhe

Auf 504 Seiten erzählt Ralf Isau die Geschichte Nico dei Rossis, einem Uhrmacher Sohn, der den Mord an seinem Vater mit ansehen muss und fortan auf Rache sinnt. Verkompliziert wird der zunächst einfache Plot dadurch, dass sich Nico in die Tochter des Mörders Massimiliano Manzini verliebt. Zudem spielt die Geschichte in Italien und Österreich in den Jahren zwischen 1932 bis 1944. Unser jüdischer Protagonist muss sich nicht nur gegen den Einflussreichen Manzini erwehren, sondern ist auch noch gegen die Machenschaften der Faschisten und Nationalsozialisten. Um das Ganze komplett zu machen, besitzt Nico dei Rossi ein besonderes Verständnis für mechanische Gegenstände: Er kann mit ihnen auf gewisse Weise Kommunizieren. 
 
Krieg, Rache, Liebe und Übersinnliches ergeben eine durchaus spannende Mischung. Streckenweise hätte man das Buch meiner Meinung nach kürzen können. An diesen Stellen brilliert Isau mit seinem geschichtlichen Wissen, schweift aber von der eigentlichen Handlung ab. Dennoch ist „Der Herr der Unruhe“ zu empfehlen. Wer Spaß an spannenden Geschichten hat, die auch mal in den Bereich Fantasy rutschen und gleichzeitig ein wenig mehr über die Nazi-Zeit erfahren will, der kommt voll auf seine Kosten. Das Buch ist keine Neuerscheinung, sondern schon etwa drei Jahre auf dem Buchmarkt, aber das schadet einem guten Roman ja nicht. 
 
Ralf Isau wurde 1956 in Berlin geboren. Seine Karriere begann er mit Kinderbüchern. Sein erstes Buch „Der Drache Gertrud“ wurde von Michael Ende verlegt. Seine Werke wurden in zwölf Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seit 2003 stieg Isau mit seinem Roman „Der silberne Sinn“ zur allgemeinen Belletristik um. „Der Herr der Unruhe“ erschien im selben Jahr.

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