Der 13. Bundesliga Spieltag überschattet von Babak Rafatis Selbstmordversuch

Alles war angerichtet für diesen Festtag des Fußballs am 13. Bundesliga Spieltag. Bayern München und Borussia Dortmund traten am Samstag abend im absoluten Spitzenspiel gegeneinander an, um die Vorherrschaft in der Tabelle unter sich auszumachen. Zuvor hatten torreiche und hochklassige Partien in Mönchengladach, Wolfsburg oder Freiburg Appetit auf das Duell der großen Rivalen gemacht. Ein Spiel aber fand an diesem Nachmittag nicht statt und verhagelte Fans, Trainern und Spielern die Vorfreude völlig. In der Rhein-Energie-Arena zu Köln sollten eigentlich der heimische FC und der FSV Mainz 05 zum fröhlichen Duell der Karnelvalsvereine antreten. Tatsächlich aber sollte der Ball nicht rollen und statt guter Laune im Zuge der fünften Jahreszeit machte sich lähmendes Entsetzen und Betroffenheit breit. Babak Rafati, der für das Spiel in Köln angesetzte Schiedsrichter, hatte sich in seinem Hotel versucht, das Leben zu nehmen. Die Gründe für diese Tat sind zwar noch nicht offenkundig. Sehr wahrscheinlich ist es aber, dass der Fußball nach Robert Enke, Sebastian Deisler oder Martin Fenin ein weiteres Opfer gebracht hat, das dem Erwartungs- und Leistungsdruck nicht mehr standhalten konnte. Gerade Schiedsrichter stehen unter besonderer Beobachtung und sind infolge unpopulärer Entscheidungen nicht selten die großen Buhmänner. Auch Rafati war kein unumstrittener Mann. Nun entschied er sich zu diesem Schritt. Ob er wirklich sterben wollte oder „nur“ einen sehr deutlichen Hilferuf senden wollte, sei dahingestellt. Es ist fraglich, ob das Fußballgeschäft angesichts immer zahlreicherer Fälle psychischer Zusammenbrüche so weiter laufen kann. An diesem Nachmittag geriet das Geschehen auf den anderen Plätzen jedenfalls in den Hintergrund.

Zusammenfassung des 13. Bundesliga Spieltages: Kantersiege im oberen Tabellendrittel

Die Zusammenfassung der wichtigsten Spiele soll an dieser Stelle dennoch nicht unterbleiben. An der Tabellenspitze wird es entgegen der erwarteten Entwicklungen nun doch wieder eng und nervenaufreibend. Sehr deutliche Ambitionen auf einen Spitzenplatz ließen Borussia Mönchengladbach und der FC Schalke 04 erkennen. Die Schalker fertigten den 1. FC Nürnberg in der heimischen Arena leicht und locker mit 4:0 ab. Wieder einmal war der Torschütze vom Dienst Klaas Jan Huntelaar zweimal erfolgreich. Zudem trafen Raul und Lewis Holtby. Noch beeindruckender war der Auftritt der Gladacher Fohlen. Mit sage und schreibe 5:0 überrollten sie den SV Werder Bremen, der in dieser Saison bisher ja eigentlich auch ganz ordentlich unterwegs war. Genau genommen waren beide Teams vor diesem 13. Bundesliga Spieltag punktgleich. Von dieser leistungsmäßigen Ausgeglichenheit war jedoch zu keinem Zeitpunkt etwas zu bemerken. In klassischer Manier und mit blitzsauberen Spielzügen konterten die Niederrheiner ihren Gegner aus. Zentrale Figur war dabei wieder einmal der überragende Marco Reus, der dreimal erfolgreich war. Die weiteren Torschützen waren Patrick Herrmann und Juan Arango.

Dortmund gewinnt das Topspiel

Schalke und Gladbach setzen sich durch diese Erfolge nicht nur etwas von den nächsten Verfolgern ab, sondern rücken auch näher an den ersten Tabellenplatz heran. Für diese Konstellation sorgte der Titelverteidiger Borussia Dortmund, der durch seinen 1:0-Erfolg in München der größte Gewinner des Spieltages wurde. Bei einer Niederage in München, wäre Platz eins in satte acht Punkte Entfernung gerückt und den Bayern wäre der Herbstmeistertitel wohl nicht mehr zu nehmen gewesen. Nun aber sind es stattdessen nur noch zwei Punkte Rückstand. Dortmund ist nach dem durchwachsenen Saisonstart endgültig zurück im Titelrennen und Trainer Jürgen Klopp war entsprechend zufrieden mit seiner Elf. Diese hatte in einer mäßigen Partie eine disziplinierte Defensivleistung gezeigt und vorne durch Mario Götze eine der wenigen Chancen genutzt.

Die übrigen Partien des 13. Spieltages

Mit oben dabei sind auch wieder der VfB Stuttgart, der mit 2:1 gegen Augsburg siegte und Bayer Leverkusen, das in Kaiserslautern mit 2:0 triumphieren konnte. Hannover 96 droht dagegen nach der 1:4-Pleite in Wolfsburg den Anschluss zu verlieren. Im Tabellenkeller gelang dem Hamburger SV durch das 2:0 über Hoffenheim ein wichtiger Befreiungsschlag, der ihm ein kleines Polster auf die Abstiegsplätze einbringt. Kurios verlief schließlich die Partie in Freiburg. Der heimische SC lag gegen Hertha BSC schon scheinbar aussichtslos mit 0:2 in Rückstand. Doch dann wechselte Trainer Marcus Sorg seinen Joker Stefan Reisinger ein. Dieser erzielte dann in der zweiten Halbzeit insgesamt drei Tore, von denen allerdings nur zwei zählten. Ein Kopfballtor in der 80. Minute wurde erst nach minutenlanger Diskussion zurückgenommen, weil der Schiedsrichter das Spiel bei der zuvor ausgeführten Ecke nicht ordnungsgemäß angepfiffen hatte. So mussten die Breisgauer bis in die Nachspielzeit zittern, bevor Reisinger nochmals zuschlug und seinem Team immerhin einen Punkt im Kampf gegen den Abstieg sicherte.

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.