Das Runde im Eckigen

Kurz vor der WM kann sich niemand beklagen, die Frequenz von
Sendungen über Fußball sei zu niedrig. Nein, das Fernsehen haut uns die
WM-Shows nur so um die Ohren. Zum Beispiel die vier Ausgaben der WM-Show mit
Jörg Pilawa im Ersten, in denen sich der Moderator auch mal als Fußball
verkleidete und die insgesamt etwa so interessant war wie Pflaumes
Haustiersendung. Wobei die wenigstens keine Gebühren gekostet hat.
 
Besser investiert hat das ZDF, und zwar in die zweiteilige
Dokumentation „Faszination Fußball“, die natürlich versucht, möglichst viele Seiten des
Sports zu beleuchten. Das geht zwar auf Kosten der Ausführlichkeit, aber wenigstens
ist – anders als beim Pilawaschen WM-Halligalli – eine Minimaltiefe gewährleistet.
Etwa durch die Wissenschaftler, die das „Anschnippeln“ des Balles untersuchen (wer
bezahlt die eigentlich?) und über die
Schäden nachdenken, die die Azteken beim Spiel mit dem Kautschukball davongetragen
haben müssen, bevor sie den Sieger dann den Göttern opferten. Kann uns
Deutschen ja zum Glück nicht mehr passieren (kein Kautschuk und keine Siege).
 
Außerdem habe ich noch gelernt, wer den Fangesang
erfunden hat und dass der größte Fußballer aller Zeiten nicht etwa der Kaiser
ist oder kleine dicke Koks-Argentinier oder Pele, sondern ein Brasilianer mit
dem klangvollen Namen Arthur Friedenreich. Das klingt nett, aber auch sehr
kernig und führt mich zum nächsten Vorteil der Sendung: Der Moderator taucht nur
gelegentlich mal auf und darf zwei bis vier Sätze sagen. Bleibt nur zu hoffen,
dass er er sich auch im zweiten und letzten Teil zurückhält, den das ZDF am 23.
Mai zeigt.

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