Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt

1828 begegnen sich der Mathematiker Gauß und der Naturforscher
Alexander von Humboldt auf dem Naturforscherkongress in Berlin. Ein
kurzes Zusammentreffen, währenddessen Gauß’ Sohn Eugen, der ihn in die
Hauptstadt begleitete, wegen verbotenen Lauschens der Ausführungen des
Turn- und Sportvaters Jahn für einige Jahre im Gefängnis verschwindet.
Für die zwei großen Denker Anlass, wenige Bemühungen zu unternehmen,
den Jungen zu befreien, und Gelegenheit genug, ihre Ungleichheit zu
konstatieren.

Daniel Kehlmann schildert auf intelligent amüsante Art die genialen
Lebensläufe des Zynikers und Menschenhassers Gauß und des unfreiwillig
komischen und weltfremden Alexander von Humboldt.

Schnell fragt man sich, wie kommt ein junger Autor dazu, über
Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts zu schreiben? Was bewegt einen
30-jährigen Wiener, tagelang die peniblen und staubtrockenen
Aufzeichnungen über Pflanzenarten, Gesteinsproben und Ureinwohner zu
studieren? Für Kehlmann das Naheliegendste der Welt: “‘Wer denkt, die
Begeisterung für einen Amazonsreisenden hätte etwas Altväterliches und
einem jungen Autor täte es besser, an Markenprodukten und
Wirtschaftsfragen interessiert zu sein, hat eine seltsam verdrehte
Weltanschauung.” (bücher, 1/2006, S. 13) Wir sind ihm für diese
Einstellung dankbar, denn so haben wir nicht nur etliche Beispiele
eines unglaublichen Humors kennen gelernt (die Dialoge sind brillant),
sondern auch noch die Lebensstationen der Beiden geradezu “hautnah”
miterlebt.

4 Meinungen

  1. buch blog redaktion

    Dieses Buch wird auch Literaturcafe im Literaturcafe -> Cafe-Forum -> Leseforum diskutiert.

  2. Ich empfand im Gegensatz zu den meisten Rezensenten das Buch als eine recht enttäuschende Lektüre: http://bonaventura.musagetes.de/?p=12

  3. Darf ich fragen, welche Lektüre Sie anregend, also nicht enttäuschend fnden? Sie haben Recht, es gibt nur Wenige, die dieses Buch nicht mögen. Allerdings sollten Sie bedenken, dass Kehlmann nie den Anspruch hatte, eine Doppelbiografie zu verfassen. Er ist kein Biograf, sondern ein Romanautor. Gewisse fiktive Momente, wenn nicht sogar eine ganze Menge, lässt dieses Genre zu. Denken Sie an andere Biografien: Schumanns Schatten von Peter Härtling oder die Biografien von Stefan Zweig …

  4. Lesen Sie weitere Rezensionen, auch zu Kehlmanns neuem Buch Ruhm.

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