Besser leiden

Wo heute Selbstmitleid und Nostalgie die vorherrschenden Schreibhaltungen sind, erklärt Kunkel in einem spritzigen Essay in der NY Times, waren die Romantiker (Wordsworth, Thoreau!) noch richtig revolutionär: „Für sie war die Krise allumfassend: nicht um einen sicheren Platz in einer korrupten Gesellschaft ging es ihnen, sondern um eine Seinsform, die es noch nicht gab … Die säkulare Autobiografie und das Ideal radikaler Demokratie gingen Hand in Hand: Von nun an lag es am Inidividuum zu bestimmen, wie ein gutes Leben aussah und wie die dazu passende Gesellschaft.“

Die schlaffen Memoirenschreiber von heute, schimpft Kunkel, lehren uns zwar das Überleben, doch nicht, wie man lebt:
„Where is the contemporary writer reporting honestly, ambitiously and without therapeutic cant or smug self-help recipes on his or her effort to live a proud and decent life? Sobriety, after all, is better than addiction, sanity better than madness, an intact home better than a broken one. But no one says what to do with recovered health, let alone uses his newfound sanity to reckon the personal cost — in guilt, dread, shame or resentment — of a vicious political economy promising dividends in ecological catastrophe.“

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