American Dreamz – spritzige Tour im Fernseh-Showbiz

Der abgebrüht-schlodderige Martin Tweed (Hugh Grant) hat die eigene Show eigentlich satt. Neues Fleisch muß her, und „zwar möglichst menschlich, möglichst mit Fehlern, möglichst Freaks eben.“ Sowas läßt sich finden : Araber trifft auf Jude, Girlie trifft auf Looser, und alle vereint vor allem der Wunsch – wenn nicht die Not – , im gleißenden Licht der Fernsehkameras geliebt zu werden und für immer im Fernsehhimmel zu scheinen. So macht das Team Sally Kendoo (Mandy Moore) aus, ein flittchenartiges Blondie, das die Regeln des Business dank ehrgeiziger Mutter bereits seit Kleinkindalter intus hat. Für den Araber finden sie Omer Obeidi (Sam Golzari), ein Terrorist in Ausbildung, der jedoch lieber zu alten Chorusline-Hits tanzt als daß er im Kampflager zu was taugt – was letztlich auch der Grund ist, warum er auf nimmer Wiedersehen nach Californien auf Abruf verfrachtet wird. Als dann jedoch der niemals Zeitung lesende Präsident (Dennis Quaid) ins Spiel kommt, weil er weniger Einschaltquoten als die besagte Show zu bieten hat und daher von seinem Berater (Willem Dafoe) ins Finale der beliebten Show gedrängt wird, ist der Clou perfekt : Omer, nun wieder interessant für die Terrorplaner im Hinterland, muß sich bis zum Finale durchkämpfen, um bei passender Gelegenheit sich und den Präsidenten in die Luft zu sprengen. Doch es kommt anders…

Paul Weitz, der bereits mit „American Pie“ und vor allem „About a boy“ nicht allzu blöde Komödien auf die Leinwand brachte, ist mit „American Dreamz“ ein noch besserer Film gelungen. Schnell und ohne Umschweife geht’s voran; in witzigen, pointierten Dialogen, gesteuert vom Showbiz pur, formen sich die Figuren. Sally, Omer und Tweed sind zwar in ein dämliches Spiel involviert, doch Weitz ist clever genug, die Charaktere für nicht so blöd zu verkaufen, wie es derartige Komödien häufig tun (mit Ausnahme des amerikanischen Präsidenten, aber – vielleicht ist ja gerade der recht treffend portraitiert ?!). Besonders zwischen Showmaster Tweed und Sally bahnt sich ein romantisches Verhältnis an, das sich stets auf äußerst vorsichtigem Terrain bewegt : Beide sind zu gehindert, sich ihre Zuneigung einzugestehen, beruht doch ihre Annäherung auf dem Respekt des gegenseitigen miesen Charakters… Hugh Grant ist hier in seiner besten Rolle seit langem.

Daß im Scheinwerferlicht die Wahrheit schließlich verbrennt, ist neben allen Seitenhieben auf fundamentale Islamisten, Amerikaner, den Präsidenten und die Fernsehmassen dazwischen die beste Pointe der „American Dreamz“. Und wir wissen es ja bereits: The show will go on…

Eine Meinung

  1. Hab ich erst vor kurzem gesehen. Kannte ich noch nicht, aber ziemlich witzig. Kann man empfehlen.

    Gruß
    Gitta

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