Alle Jahre wieder: Konfirmation

In den Monaten April und Mai finden in den evangelischen
Kirchengemeinden die Konfirmationsfeiern  statt. Junge Menschen
auf dem Weg zum Erwachsenenalter unterziehen sich nach zweijähriger
Vorbereitung einem kirchlichen Ritus. Und die Konfirmation liegt, so
schreibt es die Nordelbische Kirchenzeitung,
voll im Trend. In meiner Kirchengemeinde gibt es ca. 120 Konfis. Das
ist mit Abstand die größte Gruppe, und das sind unsere
Kirchensteuerzahler von Morgen. Die hegen und pflegen wir.
 
 Immer
noch melden sich viele Jugendliche zum Konfirmandenunterricht an,
manchmal sogar gegen den Willen ihrer Eltern. Mit vierzehn sind
Jugendliche Religionsmündig. Sie dürfen selbst über ihre Religion und
ihre Kirchenzugehörigkeit entscheiden. Und wer konfirmiert ist, darf
kirchliche Ehrenämter wie das Patenamt übernehmen.
 
Die
Konfirmation ist eine Erfindung der Neuzeit. In der alten Kirche ließen
sich nur Erwachsene taufen. Sie hatten damit auch das Recht, am
Abendmahl teilzunehmen. Als aber die Kindertaufe zur Regel wurde und
sich die Reformation in Deutschland ausbreitete, kam die Frage auf, ob
Kinder das rechte Verständnis hätten, das Abendmahl zu empfangen. Sie
mussten sich einer Vorbereitung unterziehen, an deren Ende die
Konfirmation stand.
                                             

Heute ist die Konfirmation mehr als die Zugangsberechtigung zum
Abendmahl und die Übertragung bestimmter Rechte und Pflichten.
Jugendliche machen sich im Konfirmandenalter auf, ihre Identität zu
finden. Und die Konfirmation markiert einen Punkt in der Biographie von
dem ab einiges anders wird. Wenn es in den zwei Jahren gut läuft,
entwickeln Jugendliche ihre Persönlichkeit ein gutes Stück weiter. Sie
werden zu Menschen, die etwas zu sagen haben und die das Recht haben,
gehört zu werden.
 
Moderner Konfirmandenunterricht ist
darum anders. Es geht nicht mehr darum, die zehn Gebote ohne
Verständnis auswendig zu pauken. Es geht darum, Erfahrungen zu machen
mit sich, mit anderen und mit Gott. Ein wichtiger Aspekt ist, dass
nicht zwischen Haupt- und Realschülern und Gymnasiasten unterschieden
wird. Konfirmandenunterricht war schon immer integrativ und bis heute
lebt er von der Vielfalt der Konfis. Zum modernen
Konfirmandenunterricht gehören Projekte, eine mehrtägige
Konfirmandenfahrt und auch, dass Konfis Aufgaben in der Kirchengemeinde
und im Gottesdienst übernehmen. Letztlich geht es dabei um Bildung! Für
den Kopf, für die Hände und für Herz und Seele. Der
Konfirmandenunterricht ist ein Bildungserlebnis, das es nur in der
Kirche gibt.

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