Alex Capus: Munzinger Pascha

Beiden kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen, die schönsten
Leserlebnisse sind häufig die, die unerwartet entstehen mit Autoren
oder Büchern, die den Leseweg eher zufällig kreuzen, wie es mir mit
Capus Büchern passierte.
Gleich sein Debütroman „Munzinger Pascha“, erschienen 1997 (Taschenbuch
2003),  birgt wesentliche Elemente des  typischen
Capus-Stils. Hier begegnet man erstmals dem jungen Journalisten Max
Mohn, der sich  aufgrund einer Schreibblockade für eine
Auftragsarbeit nur allzu gerne von der spannenden Biographie des
Oltener Bürgers  Werner Munzinger ablenken lässt. Diesem wird mit
20 die Schweiz  zu eng, und er zieht im Jahre 1852 los, um in
Nordafrika die Sklaverei abzuschaffen, während sein Vater in der Heimat
vom bürgerlichen Revoluzzer zum Finanzminister avanciert. Als Händler
und Forschungsreisender zieht Munzinger nach Kairo und ans Rote Meer,
macht sich auf in die unwegsamen Gebirge Abessiniens, den
sagenumwobenen Nilquellen entgegen. 150 Jahre später lässt sich Max für
die Recherche dieses spannenden Lebens nur all zu gerne von seiner
Lebensunzufriedenheit ablenken und bricht auf, um den Spuren des
späteren Munzinger „Pascha“ (Stadthalter), der nach vielen Jahren auf
dem afrikanischen Kontinent auf einem Erkundungsfeldzug ermordet wird
bevor er noch einmal nach Olten zurückkehren kann, nachzugehen.

Alex Capus, geboren 1961 in Frankreich als Sohn einer Schweizerin und
eines Franzosen zog im Alter von 5 Jahren mit der Mutter nach Olten,
studierte später Geschichte  und Philosophie in Basel und begann
für die dortige Regionalzeitung zu schreiben. Nach einer Zeit bei der
Schweizer Depeschenagentur lebt er heute als freier Schriftsteller
abwechselnd in der Schweiz und in Italien.
Olten, der Ort indem Capus aufwuchs ist immer wieder Ausgangs- und
Angelpunkt seiner Romane und Geschichten und ein wunderbarer
Hintergrund für die Skurrilitäten des Alltags, die Capus so leicht und
meisterlich zugleich zu erzählen weiß. Näheres siehe unter
www.buecher.lesen.ch
(dtv 2003)

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