Ach, wie süüüüüß!

Es gibt sie zwar schon länger, die Zoo-Doku-Reihe im Ersten. Aber erst die gerade laufende Staffel „Eisbär, Affe & Co.“ über die Stuttgarter „Wilhelma“ hat es geschafft, mich nachmittags an den Fernseher zu locken, um mir Tiere und ihre Pfleger anzuschauen. Na ja, nun sitze ich mehr oder regelmäßig zwischen zehn nach vier und fünf vor der Glotze und beobachte, wie dem handtellergroßen Zwergkrallenäffchen ein fauler Zahn gezogen wird, Straußendame Dana sich mit Sand befegen lässt oder Brillenpinguin Irokese einfach nicht fressen will. Gemeinsam mit Pfleger Gerhard Popp versuche ich dann, das Tier zur Nahrungsaufnahme zu überreden, weil ihm sonst der sichere Tod durch Lungenentzündung droht.

Das Konzept ist so ergiebig, weil – ähnlich wie beim Tatort – fast jede der ARD-Sendeanstalten eine Serie über einen besonders schönen ihrer Zoos dreht. Die einzelnen Staffeln unterscheiden sich dann durch die Tiere, durch die Anlagen, in denen diese wohnen und – besonders lustig oder nervig, je nach Gemütslage – den Dialekt der Pfleger. Nach der ersten Ausgabe „Elefant, Tiger & Co.” (MDR) nun also „Pinguin, Löwe & Co.“ (WDR), „Panda, Gorilla & Co.” (RBB) nun also „Eisbär, Affe und Co.“ (SWR). Ich vermute, dass sich dieses Sendekonzept wohl auch erst erschöpft haben wird, wenn dann irgendwann so gut wie alle Zoos, Sendeanstalten und Tiernamen durch sind.

Das hätte ich nicht gedacht, aber es ist einfach unglaublich entspannend, sich bei einem Kaffee vor den Fernseher zu hängen und zusammen mit Praktikanten und Azubis von den Pflegern zu lernen, wie man mit den einzelnen Tieren so umzugehen hat. Natürlich bereitet einen das nicht im Geringsten auf den nächsten Safari-Urlaub vor und man könnte sich generell fragen, ob die Tiere sich da tatsächlich wohl fühlen in ihrer eher unnatürlichen Umgebung, da muss man nicht erst in die traurigen Augen der Elefanten schauen. Aber da mache ich mir eher Sorgen um die Menschen, die sich tagtäglich im Fernsehen zum Affen machen, und zwar ganz freiwillig. Außerdem sind die nicht so süüüüüß!

2 Meinungen

  1. Haha! Ganz toll geschrieben!! Ich hoffe, Gerhard Popp und du haben Irokese alles noch gut hingekriegt. Wie geht´s ihm denn jetzt?

  2. Leider nicht so gut, Irokese dreht jetzt im Pinguinhimmel seine Bahnen. Fressen und gefressen werden, das gilt irgendwie auch im Zoo. Und wer da nicht mitmacht, hat halt verloren.

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.