WM: Deutschland stolpert ins Viertelfinale

Im WM-Achtelfinale traf die Löw-Elf gestern auf Algerien und gewann nach Verlängerung mit 2:1. Vor allem in der ersten Hälfte war die Leistung der Nationalmannschaft ernüchternd. Mit der Hereinnahme von Schürrle im zweiten Durchgang kam dann mehr Wirbel auf, Großchancen aber wurden nicht verwertet.




Gegen den Außenseiter Algerien tat sich das Nationalteam äußerst schwer. Vor allem die Defensive enttäuschte und konnte sich bei Torhüter Manuel Neuer bedanken, der nicht nur in seinem eigenen Strafraum zur Stelle war.

Algerien mit mehr Zug aufs Tor

Vor dem Spiel meldete sich Mats Hummels wegen eines Infektes krank. Für ihn rückte Jerome Boateng in die Innenverteidigung neben Per Mertesacker und Youngstar Shkodran Mustafi übernahm den Posten des rechten Außenverteidigers. Für Lukas Podolski, der unter muskulären Problemen leidet und gegen die USA nicht ins Spiel fand, kam Mario Götze zurück in die Startelf. Ansonsten wechselte Löw im Vergleich zur Partie gegen die USA nicht weiter durch und vertraute erneut auf eine 4-3-3 Formation.

Dem hatten die Algerier ein in der Vergangenheit gefährliches 4-2-3-1 System entgegenzusetzen. Im Vergleich zum Spiel gegen Russland in der Gruppenphase (1:1), stellte Trainer Vahid Halilhodzic seine Startelf allerdings auf fünf Positionen um. Überraschend die Herausnahme von Abdelmoumen Djabou, der gegen Südkorea herausragend das Mittelfeld organisierte.

Mit Spielbeginn hatte Deutschland erwartungsgemäß mehr Ballbesitz und stieß auf tief stehende Algerier. Gegen die schnellen Vorstöße des Gegners jedoch fand die DFB-Elf kaum ein Mittel. Die Defensivreihe schien unorganisiert. Und so kamen die Algerier bereits in der 9. Minute zu einer Großchance. Nur acht Minuten später lag der Ball sogar im Tor Manuel Neuers (17.). Bei der Flanke zuvor stand Algeriens Angreifer allerdings mit einem Fuß im Abseits. So stand es weiter 0:0.

In der letzten halben Stunde der ersten Hälfte schien Algerien weiter gefährlich, Heldentaten Manuel Neuers außerhalb des Strafraums per Kopf, Fuß oder Brust aber retteten das 0:0 in die Kabine. Einzigallein Distanzschüsse brachte die National-Elf aufs gegnerische Tor. Erschreckend.


Mit Schürrle kam Wind ins deutsche Spiel

Für den blassen Mario Götze kam mit Beginn der zweiten Halbzeit André Schürrle ins Spiel und damit offensichtlich mehr Schwung. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff setzte der Neuling ein Zeichen und verfehlte das Tor nur knapp. Das deutsche Team wirkte wacher als noch in Hälfte eins. Vor allem die Offensivreihe schien nun gefährlicher, während die Verteidigung sich weiter schwer tat.

In der 55. Minute erzielte Kapitän Philip Lahm fast den 1:0 Führungstreffer. Algeriens M’Bohli aber parierte überragend. Das Spiel verflachte wieder, erinnerte etwas an den ersten Durchgang. Mustafi erlitt in der 68. Minute einen Muskelfaserriss und wurde durch Real Madrids Sami Khedira ersetzt. Philip Lahm nahm die Position des rechten Verteidigers ein.

Erst zehn Minuten vor Schluss zeigte die Löw-Elf ihre Überlegenheit gegen die müde wirkenden Algerier. Zwei gefährliche Schüsse durch Thomas Müller und André Schürrle sowie einen Freistoß aus gefährlicher Position brachte die Nationalmannschaft aufs gegnerische Tor. Das Glück aber blieb ihnen verwehrt und so ging es mit einem 0:0 in die Verlängerung.

3 Tore in 30 Minuten

Direkt zu Beginn der Verlängerung sollte endlich das erlösende erste Tor fallen: Müller setzte sich auf der linken Seite durch und flankte die Kugel auf den zentral stehenden Schürrle, der den Ball halb gewollt mit der Hacke durch die Beine seines Gegenspielers ins Tor schob.

Die Algerier attackierten nun früher, zogen auf und schufen Räume für deutsche Konterchancen. Özil, der in der gesamten Partie eher enttäuschte, hatte die 2:0 Vorentscheidung auf dem Fuß, verhedderte sich aber im Strafraum.

Algerien wirkte einige Minuten gefährlich, fand aber kaum ein Durchkommen und erlag ihren Kräften. So kam es in der 119. Minute durch den Nachschuss Mesut Özils nach einer Chance durch den überzeugenden Schürrle zum 2:0.

Algeriens Anschlusstreffer nur eine Minute später durch den eingewechselten Djabou kam zu spät.


Fazit

Mit diesem Sieg trifft die DFB-Elf am kommenden Freitag im Viertelfinale um 18:00 Uhr deutscher Zeit auf Frankreich. Gegen diesen Gegner wird allerdings eine deutlich bessere deutsche Leistung vonnöten sein. Wir hoffen auf die Rückkehr Mats Hummels‘ und eine besser eingestellte Offensivreihe.

Unser Spieler des Matches: Manuel Neuer, der uns mit seinen Heldentaten vor dem Strafraum zwar zittern und schwitzen ließ, am Ende aber doch souverän und überragend parierte.

Video: YouTube

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