WHO alarmiert – Immer mehr Tote durch Zivilisationskrankheiten

Arzt kontrolliert ZuckerlevelDie Zahlen sind erschreckend: Immer mehr Menschen sterben durch Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt, Krebs, Schlaganfall oder Diabetes. Fast die Hälfte davon ist bei ihrem Tod noch nicht einmal 70 Jahre alt. Nach Expertenmeinung wäre ein großer Teil dieser Todesfälle vermeidbar. Vor allem ärmere Länder verzeichnen große Zuwachsraten – Deutsche haben dagegen ein eher geringeres Risiko, an einer Zivilisationskrankheit zu sterben.

Anzahl von Todesfällen in jüngeren Jahren nimmt stetig zu

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Zahl vorzeitiger Todesfälle durch nicht übertragbare Krankheiten in den letzten Jahren stark zugenommen. Nachdem 2012 38 Millionen Menschen an Herzinfarkten, Diabetes, Schlaganfällen oder Krebs verstorben wären, waren es im Jahr 2000 noch rund 14,6 Millionen. Vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer, in denen keine ausreichende Aufklärungsarbeit geleistet würde sowie Präventionsmaßnahmen fehlten, seien von der Entwicklung betroffen. Hier sterben inzwischen mehr Menschen an den Folgen von Zivilisationskrankheiten als an Infektionskrankheiten.

Todesursache ungesunder Lebensstil

Ein besonders hohes Risiko frühzeitig an einer Zivilisationskrankheit zu versterben, besteht laut WHO in Russland und im Oman. Hier fehlten Aufklärungskampagnen, die über die Gefahren von Tabakkonsum, Alkoholmissbrauch, mangelhafter Ernährung und Bewegungsmangel informierten. Vor allem Bluthochdruck, verursacht beispielsweise durch einen zu hohen Salzkonsum, sei eine der Hauptursachen für einen frühen Herztod. Schon bei sehr jungen Menschen gäbe es große Probleme: 42 Millionen Kinder unter 5 Jahren seien weltweit fettleibig und 84 Prozent aller Jugendlichen hätten zu wenig Bewegung.
Der rasante Anstieg der Zivilisationskrankheiten hat auch starke wirtschaftliche Folgen. Die Einbußen für die Volkswirtschaften belaufen sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bis zum Jahr 2025 in weniger entwickelten Ländern auf rund sechs Billionen Euro. Diese Summe setzt sich aus krankheitsbedingten Produktivitätsausfällen in der Wirtschaft sowie gleichzeitig entstehenden Kosten für die Gesundheitssysteme zusammen.

WHO hat ehrgeizige Ziele

WHO Generalsekretärin Margret Chan forderte die Staatengemeinschaft auf, künftig mehr in Aufklärungskampagnen zu investieren. Millionen Menschenleben könnten gerettet werden, wenn pro Kopf nur ein bis drei Dollar für die Aufklärung über eine gesündere Lebensweise investiert würden. Das Ziel ist, bis 2025 Todesfälle aufgrund von Zivilisationskrankheiten um ein Viertel zu reduzieren.

Foto: Thinkstock, iStock, AndreyPopov

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