Wenn Kälte krank macht: Fünf Krankheiten, die bei Kälte schlimmer werden

Wenn Kälte krank macht: Fünf Krankheiten, die bei Kälte schlimmer werden

Kälte kann Krankheiten auslösen und verschlimmern. Besonders im Winter, bei niedrigen Außentemperaturen und trockener Atemluft, leiden Menschen mit chronischen Erkrankungen unter einer Zunahme ihrer Beschwerden. Wir stellen fünf Krankheiten vor, die auf Kälte reagieren.

Arthrose

In der Regel ist Arthrose eine Erkrankung des fortgeschrittenen Alters. Durch den Abbau von Knorpelmasse reduziert sich der Puffer zwischen den Gelenken, was zu Schmerzen und Gelenksteifigkeit führt. Auch übermäßige Belastung durch zu hohes Körpergewicht und Leistungssport kann zu Arthrose führen. Im Winter sind die Schmerzen besonders ausgeprägt, da sich durch die niedrigen Temperaturen die Muskeln zusammenziehen und die Durchblutung vermindert ist. So verstärkt sich der Druck auf die Gelenke, und der Stoffwechsel wird durch die verminderte Durchblutung verlangsamt. Auch wenn man bei Schmuddelwetter am liebsten in der warmen Wohnung bleiben möchte, ist Bewegung die beste Medizin, um die Durchblutung zu fördern – warm einpacken und einen Spaziergang machen!

Kopfschmerzen

Menschen, die unter Kopfschmerzen leiden, sollten im Winter nicht ohne Mütze und Schal aus dem Haus gehen. Die kalte Luft führt sonst dazu, dass sich die Gefäße der Stirn- und Kopfhaut sowie die darunterliegende Muskeln zusammenziehen und eine Kopfschmerzattacke auslösen können. Drückende, ziehende Schmerzen sind typisch für diese durch Kälte ausgelösten Kopfschmerzen. Eine sanfte Massage der Schläfen mit einem Tropfen Minzöl hilft, solche Spannungskopfschmerzen zu lindern.

Kälte-Urtikaria

Die auch als Kälteallergie bekannte Form der Nesselsucht wird durch niedrige Temperaturen ausgelöst. Es müssen aber nicht einmal Minusgerade herrschen, um bei den Betroffenen Quaddeln, Schwellungen und Juckreiz hervorzurufen. Diese spezielle Form der Nesselsucht kann auch schon bei Temperaturen um die 15 Grad zu den typischen Symptomen führen. Wichtig ist, dass die Betroffenen ihre individuelle Schwellentemperatur kennen, unterhalb derer die Symptome auftreten. Hierzu kann der spezialisierte Hautarzt gezielte Nesselsucht-Tests durchführen. Bei einigen Menschen mit Nesselsucht treten die Symptome aber wie aus heiterem Himmel auf – ohne ersichtlichen Grund. Für diese Form der chronischen Urtikaria gibt es seit Kurzem neuartige Medikamente wie das Biologikum Xolair, das der Hautarzt verschreiben kann, wenn andere Medikamente die Symptome nicht ausreichend bessern. Der enthaltene Wirkstoff Omalizumab greift direkt in die Immunregulation ein und blockiert gezielt Botenstoffe, die für das Entstehen der Symptome verantwortlich sind.

Rückenschmerzen

Durch Kälte können Rückenschmerzen entstehen und bestehende Rückenschmerzen verstärkt werden. Verursacht werden die Schmerzen nicht durch die Kälte selbst, sondern durch eine falsche Körperhaltung – beispielsweise durch permanentes Zusammenziehen der Schultern. Vorbeugend hilft wärmende Kleidung. Treten Rückenschmerzen trotz dicker Winterkleidung auf, hilft ein heißes Bad mit ätherischen Ölen wie Rosmarin oder Fichtennadel, die verspannte Rückenmuskulatur zu entspannen und die Durchblutung anzuregen.

Asthma

Kalte klare Winterluft tut gut – nicht jedoch Menschen, die unter Atemwegserkrankungen wie Asthma leiden. Die kalte Winterluft kann bei Asthmapatienten die ohnehin schon verengten Atemwege weiter verschmälern und so zu einem Asthmaanfall führen. Die Atemwegsschleimhäute werden im Winter durch die trockene Heizungsluft in der Wohnung zusätzlich strapaziert. Menschen mit Asthma und anderen Atemwegserkrankungen sollten sich im Winter im Freien nicht allzu sehr verausgaben. Besonders beim Sport kann es zu starken Atemproblemen kommen. Ganz auf Bewegung an der frischen Luft müssen Betroffene aber nicht verzichten – am besten dabei bewusst durch die Nase atmen, das erwärmt die kalte Luft und reduziert die Atemwegsbeschwerden.

Bildquelle: Thinkstock, 86536650, Jupiterimages

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