Wenn Arbeit depressiv macht – 5 Tipps zur Vorbeugung

Depressionen am Arbeitsplatz - jeder zehnte Arbeitnehmer soll bereits wegen Depressionen arbeitsunfähig gewesen sein.

Depressionen am Arbeitsplatz – jeder zehnte Arbeitnehmer soll bereits wegen Depressionen arbeitsunfähig gewesen sein.

Etwa zehn Prozent der Arbeitnehmer haben laut dem Online-Netzwerk für Unternehmensgesundheit Human Capital schon einmal nicht gearbeitet, weil sie an einer Depression litten. Jeder Arbeitnehmer wird in seinem Kollegenkreis ein Teammitglied haben, das bereits depressiv war – oder aktuell sogar an einer Depression erkrankt ist.

Experten raten Unternehmen zu einer transparenten Firmenpolitik im Umgang mit psychischen Problemen, da ein offener Umgang leichter für Mitarbeiter und Betroffene sei. Zudem können so übermäßiger Stress und Depressionen schnell erkannt werden und so einer möglichen Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden. Wie ein positives und gesundheitsförderndes Arbeitsklima geschaffen wird, beschreibt die European Depression Association (EDA) in seinem Leitfaden. Wir haben 5 Tipps für Sie zusammengestellt.

So minimieren Sie die Gefahr, depressiv zu werden

  • 1. Unterforderung und Überforderung machen depressiv: Häufig werden Mitarbeiter depressiv, wenn sie überfordert sind. Das kann meist zu Beginn einer neuen Tätigkeit sein. Die vielen neuen Eindrücke, ein neues Tätigkeitsumfeld – das kann bisweilen zu viel des Guten sein. Gerade während der ersten Einarbeitungsphase ist es wichtig, dem neuen Kollegen kompetent zur Seite zu stehen. Zudem sollte der jeweilige Teamleiter über gewisse „Antennen“ verfügen. Das Gegenteil von Unterforderung ist die Unterforderung – die ebenfalls eine Depression auslösen kann.
  • 2. Transparente Firmenpolitik und offene Kommunikationskultur: Jeder neue Mitarbeiter sollte mit offenen Armen empfangen werden – von allen Kollegen und Vorgesetzen. Zudem sollte sich ausreichend Zeit genommen werden, um den neuen Kollegen gut einzuarbeiten. Das gibt diesem Sicherheit und er fühlt sich gut aufgehoben. Jeder neue Kollege sollte darin unterstützt werden, seinen Platz im Betrieb zu finden. Eine offene Kommunikationskultur wirkt sich ebenfalls positiv auf das Wohl der Mitarbeiter aus. Vorgesetzte sollten stets eine offene Tür für die Probleme ihrer Belegschaft haben. Durchlebt der Betrieb schwierige Zeiten, ist es ebenfalls wichtig, dies gegenüber den Mitarbeitern zu kommunizieren, um so etwaigen Ängsten und daraus resultierenden Depressionen vorzubeugen.
  • 3. Schulungen für Führungskräfte: Ein guter Teamleiter ist empfänglich für die Atmosphäre in seiner Abteilung. Das setzt eine gewisse Portion Einfühlungsvermögen und Interesse an seinen Mitmenschen voraus. Da diese Fähigkeiten niemandem mit in die Wiege gelegt werden, sollten Geschäftsführer alle Mitarbeiter in leitenden Positionen für diese Aufgabe ausbilden lassen und entsprechende Fort- und Weiterbildungen ermöglichen – um so etwaigen miesen Stimmungen und vorstellbaren depressiven Verstimmungen entgegenzuwirken.
  • 4. Teamgeist: Stimmt das soziale Miteinander, sind Mitarbeiter gut gewappnet, wenn die Zeiten stürmischer sind. Teamgeist entsteht nicht von allein – durch Teambuildingprozesse kann das Gefühl von Zusammenhalt und Gemeinschaft gefördert werden.
  • 5. Work-Life-Balance: Berufstätigkeit mit dem Privatleben in Einklang zu bringen, ist eine große Herausforderung. Arbeitgeber sollten ihren Mitarbeitern durch flexible Arbeitszeitmodelle darin unterstützen, eine Balance zwischen Beruf und Alltag fördern. Positiver Nebeneffekt: Je weniger Mitarbeiter stressigen Situationen ausgesetzt sind, desto geringer besteht die Gefahr, an einer Erschöpfungsdepression zu leiden.

Foto: Thinkstock, iStock, kieferpix

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