Vorm Tamara-Bunke- Paul-Essling-Altar

Vom Schauen, wenn sich das Auge fast hörbar einstellt aufs Bild, sich Zeit nimmt, hin zum hektischen Wechsel der Brennweiten sind es nur ein paar Schritte. Von Fritz Räckes kammertonartigen Tuschezeichnungen, von Heike Gallmeiers Ersatzlandschaftspanoramen zu Moritz Schleimes und Marc Gröszers Tamara-Bunke-Paul-Essling-Altar, der die Schicksale der Che Guevara Kämpin und des vermeintlichen Honecker-Attentäters in schönster Sponti-Manier als wild wuchernde Wandbild-Kollage verrührt. Gruppenausstellungen sind ja nicht zuletzt deshalb so super, weil sie einem den Überblick über die Szene erleichtern. Noch besser, wenn eine Galerie sich das Gruppenmäßige auf die Fahne schreibt. Produzentengalerien sind seit einigen Jahren nicht nur in Berlin wieder sehr gefragt. Beim Publikum wie beim Künstler, der sich allein für gewöhnlich weder eine Ausstellungsfläche noch einen Agenten leisten kann. Dass die Arbeit im Kollektiv nicht immer einfach ist, kann man sich denken. Andreas Wendt, Mitinhaber und Galerist der gleichnamigen Produzentengalerie in Mitte, zieht nach einem Jahr dennoch eine positive Bilanz. Die Synergieeffekte des auf die von Bernd Koberling und Markus Lüpertz 1964 gegründete Gemeinschaftsgalerie “Großgörschen 35” zurückgehenden Konzepts sind in Städten mit hoher Künstlerdichte ein Überlebensfaktor. Für die aktuelle Schau “Payback” hat Wendt der Welt erstes Kunstkauf-Bonuspunktesystem entwickelt. Gezeigt werden Arbeiten auf Papier von Marc Gröszer, Moritz Schleime, Alexander Klenz, H.+ H. Hennenkemper, Fritz Räcke, Heike Gallmeier, Franz Höfner & Harry Sachs. Noch bis 1. April / Galerie Andreas Wendt / Zehdenicker Str. 13, Bln. Mitte

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