Vorläufiges Kletterverbot auf den Ayers Rock in Australien

Fast 900 Meter hoch ragt der Ayers Rock oder Uluru in der sonst flachen Landschaft des Uluru-Kata-Tjuta-Nationalparks in den Himmel Australiens. Rund 450 Kilometer südwestlich von Alice Springs im Northern Territory, in dem auch der Kakadu Nationalpark liegt, lockt der mystisch anmutende Berg jährlich mehr als 350.000 Besucher an und etwa ein Drittel von ihnen klettern auf seinen Gipfel.

Klettertouren auf den Ayers Rock: Jährlich 100.000 Besucher auf dem Uluru

Was der Tourismusindustrie eine begehrte Einnahmequelle ist, ist den Ureinwohnern Australiens ein Dorn im Auge. Seit Jahrhunderten lebt der Aborigines-Stamm der Mutitjulu schon am Fuße des Ayers Rocks und verehrt ihn als heilige Stätte. Uluru, ihr Name des Bergs, bedeutet soviel wie „Sitz der Ahnen“, entsprechend ablehnend stehen sie der Kletterei gegenüber.

Bereits seit 1985 fordern die Aborigines der Mutitjulu ein Kletterverbot für den Ayers Rock und bitten Besucher, Abstand von Gipfelbesteigungen zu nehmen. Sie fordern den Respekt für ihre Kultur, Traditionen und Religion, schließlich käme auch niemand auf die Idee, den Vatikan zu besteigen.

Kletterverbot auf den Ayers Rock löst heftige Diskussion aus

Jetzt entschloss sich die Nationalparkbehörde, ein zumindest vorläufiges Kletterverbot für den Uluru auszusprechen, das 2011 auch formell bekräftigt werden soll. Während sich die Mutitjulu für die Sperrung des ganzen Areals im Northern Territory einsetzt, reagierte Chris Burns, der Tourismusminister von Australien, mit Unverständnis und Ablehnung des Kletterverbots.

Der Streit um den Ayers Rock in Australien ist nicht das einzige Beispiel, in dem Profit und Moral in Konflikt geraten. Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Behörden Australiens, jeder Tourist kann für sich entscheiden, auf eine Besteigung des Uluru zu verzichten und so die Religion der Aborigines zu respektieren!

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