Vor 14 Jahren: Der 11. September verändert die Welt – Mit Folgen bis heute

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 – auch als 9/11 oder Nine-Eleven bezeichnet – haben wie kaum ein anderes Ereignis die Welt verändert. Der von den USA ausgerufene „Krieg gegen den Terror“ wirft bis heute lange Schatten, was nicht zuletzt der Siegeszug der Terrormiliz „IS“ im Irak auf dramatische Weise illustriert.
Terroranschläge sorgen für kollektives Entsetzen



Wohl jeder weiß heute noch, wo er gerade war und was er machte, als er von den Ereignissen am 11. September erfuhr. Es folgten Stunden vor dem Fernseher, in blankem Entsetzen, und schnell war da zumindest die Ahnung: Die Welt wird nicht mehr so sein, wie sie vor diesem Tag war.

Die Anschläge, die islamistische Terroristen mit Hilfe von vier gekaperten Flugzeugen ausführten und die fast 3.000 Menschen das Leben kosteten, erschütterten die USA bis ins Mark. Die Bilder der einstürzenden Zwillingstürme in New York gingen um die Welt, in Afghanistan jubelten die Hintermänner der koordinierten Aktion – und gerieten schon bald ins Visier der auf Vergeltung sinnenden Vereinigten Staaten.

USA eröffnen „Krieg gegen den Terror“

Die US-Regierung um den damaligen Präsidenten George W. Bush eröffnete den „Krieg gegen den Terror“ – englisch „War on Terrorism“. Ins Visier der Amerikaner geriet zunächst das Terrornetzwerk Al-Qaida um Osama bin Laden, das Unterschlupf in Afghanistan gefunden und von den damals dort regierenden Taliban protegiert wurde. Als die Taliban ihre Unterstützung nicht beenden wollten, starteten die USA und Großbritannien am 7. Oktober 2001 Luftangriffe auf das asiatische Land. Militärisch war der Afghanistankrieg zunächst ein Erfolg, die Führungsspitze von Al-Qaida konnte aber zumindest vorerst entkommen – und die Taliban wurden nie wirklich besiegt.

Rechtsstaatsloses Verhalten der USA

Zu den dunkelsten Kapiteln in der jüngeren Geschichte der Vereinigten Staaten gehört sicher der Umgang der USA mit Terrorverdächtigen. Im Zuge des Krieges in Afghanistan und Ermittlungen in weiteren Ländern setzen die USA mehr als 1.000 Verdächtigte im Internierungslager Guantanamo und zahlreichen anderen Gefängnissen fest, darunter Geheimgefängnisse in Europa. Die Internierten wurden isoliert von der Außenwelt jahrelang ohne eine Anklage festgehalten, zum Teil sind sie bis heute eingesperrt. Dabei kamen Folterpraktiken wie Waterboarding, bei dem das Ertrinken simuliert wird, und Schlafentzug zum Einsatz. Für viele Kritiker hatten die USA damit jede moralische Legitimation verloren.

Irakkrieg wirkt bis heute nach

Die größten politischen Verwerfungen zur Folge hatte aber der umstrittene Irakkrieg, dessen Begründung bekanntlich auf Lügen basierte. Die von den USA propagierte Zusammenarbeit des Regimes von Saddam Hussein mit Al-Qaida und die irakischen Massenvernichtungswaffen hatte es nicht gegeben. Der größte Fehler, den die Bush-Regierung begann, war die Auflösung der irakischen Armee. Zigtausende Soldaten verloren ihre Arbeit und jegliche Perspektive, viele von ihnen wandten sich extremistischen Gruppierungen zu. Ohne diese strategische Fehlentscheidung und ohne die zunehmende Benachteiligung der sunnitischen Bevölkerungsminderheit durch schiitisch dominierte Regierungen im Irak hätte die Terrormiliz „IS“ nicht in so kurzer Zeit weite Teile des Landes überrennen und sich zur dominierenden islamistischen Terrororganisation entwickeln können, die zunehmend weitere Staaten im Mittleren Osten zu destabilisieren droht. Der 11. September wirkt nach bis heute – und wird es noch lange tun.


Fotoquelle: Thinkstock, 87812651, AbleStock.com, NA

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*