Verrückte (FIFA-)Welt

Es geht, wie sollte es auch anders sein, um viel Geld. Insgesamt
haben sich 15 Hauptsponsoren ihre Präsenz bei der WM für teures Geld erkauft: ca.
800 Millionen Euro hat die FIFA bisher kassiert. Zu den Leittragenden dieses Sponsorings
zählen neben der Bäckerinnung auch große Unternehmen, kleine Vereine und jeder
der nur das Wort „Weltmeisterschaft“ in den Mund nimmt. Beispiele gefällig,
weiterlesen!
 

Regelungswut sonder gleichen

 
In Stuttgart muss Nike sein Logo an den Gebäuden des
Konzerns abdecken, weil das im „Einzugsbereich“ des WM-Stadions zu sehen ist. Schließlich
hat nicht Nike, sondern Adidas 40 Millionen bei der FIFA auf den Tisch
geblättert. Da sollen Fans gar nicht erst an andere Sportausstatter denken,
geschweige denn ihr Logo zu sehen bekommen.
 
Auch in Hamburg gibt es Ärger. Die Color-Line-Arena liegt
direkt neben der hanseatischen Austragungsstätte und sollte, nach dem Willen
der FIFA, seinen Betrieb für die Zeit des Turniers einstellen –der Verband
hatte die Halle für eigene Zwecke verplant ohne vorher mit dem Eigentümer
Rücksprache zu halten. Dieses Vorhaben konnte von der Stadt Hamburg noch
abgewendet werden. Anders sieht es da in Eimsbüttel aus. Der ansässige
Sportverein (ETV) wollte im Sommer ein Turnier unter dem Motto „Die wahren
Weltmeister“ austragen. Hobbykicker sollten tagsüber auf dem Kleinfeld kicken
und sich danach vor der Leinwand zum kollektiven Fußballschauen versammeln. Die
Verantwortlichen der Stadt bekamen beim Anblick des Mottos aber Muffensausen
und rieten dem Verein das Event abzusagen –eine Klage sei vorprogrammiert.
 
Im südbadischen Land trafen die FIFA-Regularien den kleinen Ortverein
hart: der SV Bühlertal bot der englischen Nationalmannschaft ihr Trainingsgelände
an und freute sich auf die illustren Fußballstars von der Insel. Doch zu früh
gefreut. Die Vereinsmitglieder werden ihr Gelände nun nicht mehr betreten dürfen, wenn
die Stars in der Nähe sind. Auch geplante Turniere muss der Verein absagen.
Geschätzte Gewinneinbußen: 15.000 Euro. Ob die Bühlertaler das Geld von der
FIFA ersetzt bekommen ist fraglich.
 

T-Shirtkontrolle

 
Gerade dieses Beispiel zeigt, dass etwas nicht richtig läuft
beim Weltverband. Es ist doch sehr verwunderlich zu beobachten, wie die so
genannte Fußballbasis unter ihrer obersten Organisation zu leiden hat. Längst haben
Blatter und Co. die Bodenhaftung verloren. Die Interessen der Sponsoren stehen
über allem. Da wird Rücksichtslos verklagt, reguliert und verboten, sei es nun
ein Weltkonzern wie Nike oder ein kleiner Sportverein in Eimsbüttel.
 
Das „Beste“ kommt wie immer zum Schluss. Die FIFA hatte tatsächlich
angedacht, Kleidung von sponsorfremden Unternehmen (Nike, Puma) in den Stadien
zu verbieten. Ist komischerweise nicht umgesetzt worden, steht aber bestimmt
auf der „To-Do“-Liste für die nächste WM ganz oben. Na dann, schon mal
entsprechend einkleiden in Südafrika!

Eine Meinung

  1. Bist Du eigentlich sicher, dass Post von Herrn Blatter noch nicht an dieses Blog unterwegs ist? Bist du vielleicht ein ganz fieser Ambush-Marketeer? Fussball mit ss, nicht etwa mit ß, – ja, genauso, wie es hier in der Browserzeile und sonst auch vielfach zu lesen ist -, ist schließlich ein von der Fifa geschützter Begriff.So gehts ja nun nicht! Also wirklich …

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