Trauminseln auf dem Prüfstand

Sonne, Strand und Palmen sind der Stoff aus dem Träume
gemacht sind. Diese macht sich die Tourismusindustrie gnadenlos zu Nutze. Die
Insel steht für das Urlaubsparadies schlecht hin. In völliger Abgeschiedenheit,
durch das Meer getrennt, kann man die Alltagssorgen Sorgen sein lassen und einmal
richtig ausspannen. Die Veranstalter werben mit „authentischen“ Kulturen und
„ursprünglichem“ Leben. Und der Urlauber lässt sich gerne durch den schönen
Schein täuschen.
 
In dem Buch „Trauminseln? Tourismus und Alltag in «Urlaubsparadiesen»“ berichten WissenschaftlerInnen über positive und negative
Aspekte der gegenwärtigen Tourismusindustrie. Sie beschreiben verschiedene
Projekte, Initiativen sowie Probleme des Umweltschutzes oder der
Entwicklungszusammenarbeit.

Fluch und Segen
 
Oft stellt der Inseltourismus die einzige Möglichkeit für
die Bewohner dar, um wirtschaftlich zu überleben. Sie sind finanziell von den
Urlaubern abhängig. Doch nicht immer sind die Auswirkungen des Tourismus
positiv. Der Sammelband will die dahinter liegenden Machtstrukturen aufdecken. Dabei
reicht das Spektrum vom Kannibalismus auf Fidschi bis hin zum „Herr der
Ringe“-Hype in Neuseeland. Es geht darum, die Realität hinter der touristischen
Fassade aufzudecken, wie Bürgerkrieg, die Tsunami-Katastrophe auf Sri Lanka,
Kindersex-Tourismus oder die sozialistische Utopie auf Kuba.  

Tourismus ist oft ein Teil der Probleme, gleichzeitig aber auch eine der
wenigen Hoffnungen für kleine Inseln. Das Buch deckt rigoros Strukturen und
unbekannte Seiten des Tourismus auf, verurteilt aber nicht, sondern
verdeutlicht beide Seiten der Medaille 

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