Traditionsunternehmen in Deutschland

Traditionsunternehmen in Deutschland

Die Liste der deutschen Traditionsunternehmen ist lang. Angeführt von den Großen wie Daimler, BMW, Siemens und Otto, gibt es in Deutschland unzählige mittelständische Firmen mit langer Tradition. Wir erklären, warum sie so erfolgreich sind.
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Für deutsche Verbraucher haben Produkte von Traditionsfirmen einen hohen Stellenwert. Diese Produkte sind meist lange am Markt und haben einen hohen Bekanntheitsgrad. Sie werden zudem aufgrund ihrer hohen Qualität geschätzt. Als Beispiel sei hier tesafilm der Hamburger Beiersdorf AG genannt, die auch durch Produktlinien wie Nivea Weltruf hat.

Oftmals handelt es sich bei den Traditionsunternehmen auch gleichzeitig um Familienunternehmen. In diese Kategorie gehören zum Beispiel die Firmen

  • Hülsta, ein Möbelhersteller aus dem Münsterland
  • Hella, Automobilzulieferer aus Lippstadt
  • Henkel, u.a. Waschmittel, aus Düsseldorf

Beispiel Schwarz Cranz: Im Lebensmittelbereich ist Tradition besonders gefragt

Gerade der Lebensmittelkauf ist für die Deutschen Vertrauenssache. Daher greifen die meisten Verbraucher auch hier zu bekannten Markenprodukten und bevorzugen dabei traditionsreiche Firmen. Die Bielefelder Firma Dr. Oetker gehört zu diesen Herstellern, denen die Verbraucher hohes Vertrauen entgegenbringen. Auch bei Fleisch- und Wurstwaren geht der Verbraucher gern auf Nummer sicher. Das hohe Kundenvertrauen stützt sich dabei hauptsächlich auf eine Annahme: Bekannte Traditionsfirmen setzen ihre guten Namen nicht durch minderwertige Qualität leichtfertig aufs Spiel. Und tatsächlich ist gute Qualität in allen erfolgreichen Unternehmen, die auf langfristige Kundenbindung setzen, oberste Maxime.

Ein Paradebeispiel in der Fleischwaren-Branche ist das Familienunternehmen Schwarz Cranz. Die ehemalige Landschlachterei aus dem Dörfchen Cranz vor den Toren Hamburgs hat sich mit traditionell hergestellten Schinken- und Wurstspezialitäten bei ihren Kunden einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Heute ist der mehr als 160 Jahre alte Betrieb wegen seines stetigen Erfolgs auf über 500 Mitarbeiter angewachsen. Kundenvertrauen und Markentreue haben es möglich gemacht. Jedes Jahr wird die Firma Schwarz Cranz wegen der hohen Qualität ihrer Produkte von der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft mit Medaillen prämiert.

Familienunternehmen planen langfristiger

Im Gegensatz zu einer Aktiengesellschaft, in der die Unternehmensführung und die leitenden Angestellten vor allem Gewinnmaximierung von Jahresquartal zu Jahresquartal im Fokus haben, um den Aktienkurs des Unternehmens zu verbessern, planen familiengeführte Unternehmen meistens sehr viel langfristiger. Manchmal sogar Jahrzehnte im Voraus. In einem Familienunternehmen wird nämlich oft schon frühzeitig die Nachfolge in der Firmenleitung festgelegt. Kinder oder Neffen des Firmenchefs werden rechtzeitig entsprechend ausgebildet, um später die Nachfolge in der Firmenführung übernehmen zu können.

Oftmals sind mehrere Familienmitglieder in dem eigenen Unternehmen beschäftigt. Dies verstärkt den Effekt der langfristigen Planung noch, da auf mehreren Hierarchieebenen Nachfolger aus derselben Familie eingesetzt werden sollen. In Familienunternehmen ist man bestrebt, den Nachfolgern eine möglichst gesunde und wirtschaftlich stabile Firma zu hinterlassen. „Als Familienunternehmerin trage ich sehr viel Verantwortung. Zum einen der Familie gegenüber, die von den Erträgen des Unternehmens lebt, zum anderen den Mitarbeitern gegenüber, die ich entweder schon aus der Zeit meines Großvaters kenne, oder die ich selbst eingestellt habe“, erklärt beispielsweise Kristin Schwarz, Chefin des Fleischwarenunternehmens Schwarz Cranz, zu diesem Thema.

Bild: Thinkstock, 76036857, DigitalVision, RAYES

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