Systembedingte Fehleinschätzungen möglich bei Clinton gegen Obama

Warum? Weil man die Vorwahlen in Iowa nicht mit den Vorwahlen in New Hampshire vergleichen kann. Böse Zungen, zB alle Bewohner New Hampshires behaupten gar, die Vorwahl in Iowa sei gar keine richtige solche, weshalb sie auch kein Problem damit haben, dass Iowa vor New Hampshire stattfindet, obwohl New Hampshires Verfassung ausdrücklich vorschreibt, dass die erste Vorwahl der USA eben dort, nämlich in New Hampshire statt zu finden hat. Und wenn man sich das Verfahren mal vor Augen führt, mag man dieser Behauptung durchaus etwas abgewinnen.

Die Vorwahlen in Iowa finden in der Form des Caucus statt. Lest mal den Wikipedia-Artikel dazu durch. So ein Caucus ist in etwa vergleichbar mit einer offenen Abstimmung, jedoch in der Form der alten Spielshow "1,2 oder 3, Du musst Dich entscheiden, drei Felder sind frei…" Die politische Meinungsbildung folgt den Gesetzen der Masse und so manch einer mag eher zur Gruppe des einen Kandidaten gehören, weil vielleicht sein Chef auch darin steht oder er sich ansonsten dem Spott seiner Freunde ausgesetzt sieht. Auch dem Stimmenkauf oder der Stimmenerpressung sind bei dieser Art Basisdemokratie Tür und Tor geöffnet. Ein ARD-Korrespondent bezeichnete einen Caucus als eine Veranstaltung, bei der "OSZE-Beobachter graue Haare bekommen würden". Ich denke, das trifft es ganz gut.

Die Vorwahlen in New Hampshire hingegen sind als sogenanntes Primary organisiert und entsprechen im Ablauf dem späteren Wahlgang. Es stehen, wie in der westlichen Demokratie ansonsten üblich, Wahlzettel, Wahlkabinen und Wahlurnen bereit. Jede(r) Wahlberechtigte macht ihr/sein Kreuz, verschließt den Umschlag und wirft ihn in die Urne. Es findet also die klassische geheime Wahl, der Grundpfeiler der Gewährleistung der Ausübung des freiheitlich-demokratischen Wahlrechts. Dein Mann mag die Clinton nicht? Na und, mach trotzdem Dein Kreuz und sag’s ihm einfach nicht. Beim Caucus undenkbar. Stimmenkauf? Geht gar nicht, weil nicht überprüfbar.

Man darf also mit Fug und Recht behaupten, dass eine echte Willensäußerung des einzelnen Wahlberechtigten außerhalb des Gruppenzwangs eines Caucus durchaus ganz anders ausfallen kann. Und das hat das Ergebnis von New Hampshire gezeigt. Deshalb war es auch nicht überraschend, sondern nur logisch.

[Fotoquelle: pixelio.de]

10 Meinungen

  1. Ich hoffe dass sowohl Clinton als auch Obama verlieren, denn ich bin für McCain.

  2. .Würdest Du Dich als Underdog bezeichnen? gnihihi..

  3. USA und Demokratie, dass ich nicht lache… Die USA beschweren sich über die Vorgehensweise bei den Wahlen in Russland und selbst wird jedoch keine Kritik zugelassen und über Deutschland müssen wir gar nicht reden, dass ist ein anderes Thema… nur soviel: Die Macht der Medien wurde durch irgendwelche Lobby´s zu parteipolitischen Zwecken mißbraucht. Es scheint keine neutrale Berichterstattung mehr zu geben… Schade!

  4. Denke Obama wird es im Süden und an den Küsten schwer haben die Nase vorne zu behalten. Wir sollten abwarten was noch passiert. Denke Clinton wird das Rennen hintenraus locker machen

  5. Ja ist dass den was neues? Das ist mal wieder klares Zeichen von möchtegern Demokratie. Was ide da veranstalten ist ein Witz.Aber trotzallem sollte uns nicht egal sein wer die Wahl gewinnt. Ich finde damit da in Amerika wieder was vernünftiges los ist müsste Obama an die Macht.

  6. Man sollte es sich nicht zu leicht machen und die Demokratie in den USA leichtertig als Witz bezeichnen. Zwar ist die Wahlkamoffinanzierung dort, da reiche Großspender viel Einfluss ausüben können (obwohl etwa Obama mehr Geld mit Kleinstspenden erreicht hat!), problematisch, aber in Deutschland wiederum bestimmen lediglich die Parteien die Kandidaten! @PG: “Keine Kritik zulassen” ? Ich denke PG sollte sich erst einmal über die Kritker in den USA selbst informieren. Sowohl in Europa als auch in den USA und allen anderen Ländern dieser Welt informieren sich die meisten Menschen schlicht und ergreifend nicht über politische Zusammenhänge! (abgesehen davon , dass dies etwa im von PG genannten Beispiel Russland nur über ein paar Internetzeitungen geht, weil die Übrigen Kreml-Hofberichterstattung betreiben).

  7. Vielen Leuten ist es auch einfach zu langweilig, was dann oft in solchen Fragen resultiert (relativ einfach zu recherchieren). Glaubt ihr, Obama hat sich diese Gedanken gemacht? Er ist so drauf, wie er drauf ist, dazu eine gehoerige Portion Talent. Mich wuerde mal interessieren, was so eine Meldung in diesem Blog statistisch gesehen bringt. Ansonsten ist das alles nur heisse Luft.

  8. Nicht heisse Luft , nur lauwarm bis kalt !

  9. Es wird auf jeden Fall noch spannend 😀

  10. .Zu berücksichtigen ist natürlich, dass es hier noch um gar nichts weiter geht, als welche Partei welchen Kandidaten aufstellt. Meine Prognose ist, dass die Demokraten mit Obama weit weniger Chancen auf die Präsidentschaft haben als mit Clinton. Stellen Sie sich mal den zwischen konservativ und liberal hin und her schwankenden amerikanischen Landbewohner vor. Derjenige, der mit seiner Knarre schlafen geht und die weißen Bettlaken mit den Löchern unter den Bodenplanken seiner Ranch versteckt hat. Der soll plötzlich einen Farbigen wählen? Never und wenn die wirtschaftlichen Probleme noch so drängend wären. Clinton okay, aber einen Farbigen? No Go!.

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*