Such.de: mit Dauergewinnspiel gegen Google

Vor einiger Zeit hatte es geheißen, demnächst werde man von Microsoft dafür bezahlt, wenn man die MSN-Suche benutzt. Das war alles in allem kein Scherz, sondern ernst gemeint. Wenn Microsoft gnadenlos hinten liegt, gibt es immer zwei Strategien: erstens haufenweise Geld ausgeben, zweitens Funktion in Windows integrieren. Dass MSN die Standardsuche in Windows Vista sein dürfte, liegt auf der Hand.

Kleinere Anbieter haben diese Möglichkeiten nicht. Es gibt sie zu hunderten, eigentlich zu tausenden: alternative Suchmaschinen, die meist so ähnlich aussehen wie Google, aber dafür noch ein paar Extra-Funktionen haben. Beliebt ist beispielsweise die Seitenvorschau in den Suchergebnissen (u.a. Ask.com). Das ist ein nettes Gadget zum Vorführen, aber vermisst habe ich das bei Google noch nie.

Was zumindest den Profis entgegenkommt, sind Möglichkeit der Verfeinerung der Suche. So werden die Ergebnisse entweder in Themenbäume eingeordnet (Web.de Suche) oder man bekommt weitere Vorschläge, um die Suche exakter zu machen (teilweise bei Yahoo). Für den Laien ist das allerdings wieder viel zu weit gedacht. Der erwartet, dass die Suchmaschine schon von allein weiß, was gesucht wird, selbst wenn nur ein einzelnes Wort eingegeben wurde. Nutzer sind so.

Ein weiterer Ansatz ist es daher, das eigene Suchverhalten mitzuverfolgen und daraus die Ergebnisse individuell zu gewichten. Wer vor allem Informationen sucht, bekommt weniger Shops angezeigt und umgekehrt. Das gibt es bei Google und vielen anderen und ist irgendwie unheimlich aus Sicht des Datenschutzes.

Ähnlich ist die Idee, eine Community die Treffer bewerten zu lassen. Man könnte auch Lesezeichen-Dienste wie del.icio.us in die Bewertung miteinbeziehen. Aber dann wären die wiederum ein neues Schlachtfeld für Suchmaschinen-Spammer, wenn sie’s nicht sogar heute schon sind.

Der eigentliche Google-Killer wird aber wahrscheinlich einen ganz anderen Ansatz haben, sofern es überhaupt jemals einen Google-Killer gibt. Für Marktführer reicht es in der Regel ja, ihre Qualität zu halten, Konkurrenten schnell platt zu machen und gute Ideen aufzukaufen.

Der deutsche Anbieter Such.de versucht es nun mit einem Gewinnspiel. Dazu muss man sich als Nutzer nicht anmelden. Man nutzt einfach Such.de und mit ein bisschen Glück bekommt man die Suchergebnisse plus einen iPod nano oder so. Damit nun nicht alle wie die Irren und automatisiert Such.de nutzen, sind die Verlosungen wohl auf zufällig ausgewählte Uhrzeiten beschränkt. Es gewinnt also nicht jeder tausendste Nutzer oder ähnliches. Das hätte sicherlich einige Skriptkiddies auf den Plan gerufen. Sowieso darf jeder Haushalt nicht mehr als zweimal im Monat gewinnen.

Um die Verbreitung der Gewinnsuche viral voranzutreiben, wurde ein bisschen Multi-Level-Marketing integriert. Soll heißen: Sage ich anderen bescheid und die gewinnen was, gewinne ich mit.

Da Gewinnspiele nach Aussagen von Such.de das sechstinteressanteste Thema im Internet sind, ist der Ansatz vielleicht gar nicht so schlecht. Grundgedanke von Such.de ist: Suchen soll Spaß machen. Wenn die das schaffen, sind sie allerdings wirklich genial…

Die Suchergebnisse selbst kommen übrigens von Yahoo, ebenso die Anzeigen drumrum. Insofern ist die Qualität der Ergebnisse okay, auch wenn selbst scharfe Kritiker zugeben müssen, dass Google trotz aller Probleme und Problemchen noch die besten Suchtreffer liefert.

Leider verrät Such.de nicht, was die anderen fünf Themen sind, die noch interessanter als ein Gewinnspiel sind. Versicherungen? Sex? Viagra?

Wie man das wiederum mit einer Suchmaschine kombiniert, überlasse ich jetzt einfach mal der Phantasie der Leserschaft…

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