Statistiken: Was gezählt werden kann, wird auch gezählt

Diesen Kontroll- und Zahlenzwang spüre ich selbst bei meinen Projekten auch. Was wird gelesen und wann? Wie viele wiederkehrende Nutzer gibt es und wie viele Besuche haben die im Schnitt schon hinter sich? Und, und, und…

Als erstes und bei praktisch jedem Webspace-Angebot dabei ist die Serverstatistik. Hier wird ganz schlicht festgehalten, was der Webserver tut, wenn er die Seite ausliefert. Hier kann man grob mitverfolgen, wie viele Dateien abgefragt werden und zu welcher Uhrzeit, an welchem Tag etc. Diese Statistik kann ebenfalls schon zeigen, woher die Nutzer kommen.

Ein Nachteil der Serverstatistik ist, dass sie jede Abfrage gleich behandelt. Wer plötzlich von Suchmaschinen oder Spam-Bots überfallen wird, sieht seine Abrufzahlen steigen, obwohl trotzdem nur zwei echte Menschen pro Tag da sind…

Etwas genauer geht es schon mit solchen Zählskripten wie dem chCounter von Christoph Bachner. Der funktioniert gut und kann beispielsweise auch Suchmaschinen-Roboter aus den Zahlen (weitgehend) ausschließen. Auch eigene Klicks können aus der Statistik herausgenommen werden. Damit sinken die Zugriffszahlen zwar schmerzhaft, aber wenigstens sind sie realistisch.

Noch flexibler und trotzdem kostenlos ist Google Analytics. Die Suchmaschine hat ein Softwareunternehmen (Urchin) aufgekauft und einige Monate später die früher kostenpflichtige Basisversion als Geschenk online gestellt. Darauf waren so viele Website-Besitzer scharf, dass Google heftig überlastet war und jetzt gibt es eine Warteliste.

Google Analytics kann die Zahlen sehr schick in Grafiken aufbereiten. Es sind auch Klickpfade abrufbar und vieles mehr. Alles kann für beliebige Zeiträume angezeigt werden und es lassen sich Veränderungen zwischen beliebigen Zeiträumen herausfinden. Besonders praktisch ist Analytics, sofern man Werbung mit Google AdWords schaltet, denn der Erfolg oder Misserfolg der Kampagne kann hier recht genau verfolgt werden. Beispielsweise ist zu sehen, an welchem Punkt innerhalb eines Bestellprozesses die Nutzer abspringen usw.

Dafür liegt Analytics aber auf einem fremden Server, was einen Geschwindigkeitsverlust bedeuten kann. Hängt der Server von Google Analytics, hängt schlimmstenfalls die eigene Seite. Teilweise ist der sehr deutlich spürbar. Abhilfe schafft es hier, den zusätzlichen Analytics-Code ganz am Ende des Quelltextes zu platzieren. Darüber hinaus ist Google Analytics umstritten, weil die amerikanische Firma sich wenig um deutsche oder europäische Datenschutzbestimmungen schert… Genau genommen müsste man sich von jedem Nutzer das Einverständnis holen, dass seine Bewegungen auf der Seite statistisch ausgewertet werden. Allerdings habe ich das noch nie erlebt.

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