Schalke feuert Slomka –absoluter Realitätsverlust

Als sich die Niederlage in Bremen abzeichnete, schien Slomka es schon geahnt zu haben, denn seine Reaktionen auf die Gegentore waren von Emotionslosigkeit geprägt. Ähnlich wie Thomas Doll, der eine Woche vor dem Pokalfinale 2008 eine empfindliche Niederlage gegen den Finalgegner FC Bayern München hinnehmen musste, versteckte er seine Miene hinter Zornesfaltes und ertrug das Geschehen auf dem Platz mit stoischer Ruhe. Dabei war Schalke keineswegs die schlechtere Mannschaft, sie scheiterte genau wie in Barcelona an ihrer Chancenverwertung. Bremen hingegen verkörperte die pure Effizienz, wobei Ivan Klasnic mit seinem 5:0 die Ohnmacht der Schalker offenbarte.

Doch was haben die Schalker denn vor dieser Saison für Ziele anvisiert. Hinter vorgehaltener sprach von der Meisterschaft, vergaß dabei völlig, dass Bayern für rund 70 Millionen eingekauft hatte und über eine Qualität verfügt in Person von Luca Toni, Frank Ribery und Miroslav Klose, die Ihresgleichen man bei Schalke vergeblich sucht. Außer Kuranyi entwickelt in dieser Mannschaft kaum einer ausreichend Torgefahr, seit Lincoln vermisst man Kreativität aus dem Mittelfeld, Neuer fehlt die Konstanz und Kristajic scheint seinen Horizont überschritten zu haben. Was also mag die Verantwortlichen zu dieser Entlassung bewogen haben?

Das man nun mit Mike Büskens und Youri Mulder zwei Euro-Fighter als Übergangstrainer engagierte, steht völlig im Widerspruch zum eigenen Anspruchsdenken, denn was sollen zwei Trainer-Novizen bewirken, was Slomka nicht gelungen wäre. Dies ging schon einmal mit Marc Wilmots schief.
Hoffentlich fängt Schalke, insbesondere die Herren Müller und Schnusenberg die Realität wieder ein.

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