SaaS: Software as a Service – der nächste Knüller

Beispiele für Saas sind Google Text & Tabellen, eigentlich alle anderen Googledienste auch, oder Zoho Writer und die anderen Module. Natürlich gibt es auch SaaS-Anwendungen, die nicht für Hans und Franz geeignet sind, so zB Vertriebssteuerungsmodule, wie dasjenige von Salesforce oder SAP.

Die Vorteile einer solchen Lösung liegen auf der Hand. Der User installiert außerhalb des Browsers keine Software. Er muss sich nicht um Updates kümmern. Er kauft keine Programmpakete, sondern mietet lediglich eine Nutzungslizenz, wenn die Nutzung denn überhaupt etwas kostet. Er braucht sich nicht um Backups zu sorgen. Alle Verantwortung liegt beim Provider.

Klingt erstmal toll, oder?

Schon das Linux-Magazin weist auf einen offensichtlichen Nachteil hin. Wenn ich Kundendaten ohne Ende in die SaaS-Lösung eingegeben habe, schränke ich mich, was einen eventuellen Wechsel der Software betrifft, deutlich ein, da ich nichts über die Kompatibilität zu anderen Anbietern weiß. Richtig, aber nur einer der geringsten Nachteile.

Was das Linux-Magazin nicht anspricht, wirkt für mich viel schwerwiegender. Da ist nicht die Frage, wie übergebe ich meine Daten an eine alternative Lösung, sondern, wie und in welcher Form und in welchen Intervallen erhalte ich meine Daten als lokale Sicherung? Wer garantiert mir, dass die Server meines SaaS-Anbieters morgen früh überhaupt noch laufen? Wer garantiert mir, dass die versprochenen, wenn sie denn überhaupt versprochen werden, Backups tatsächlich durchgeführt werden und im Ernstfall auch greifen?

Google Text & Tabellen ist zum Beispiel eine solche Lösung, die mich sorgenvoll die Dokumente stets auch als lokale Kopien speichern lässt. Wer weiß, ob Google übermorgen nicht den Dienst einstellt.

Auch Flickr lässt mich nicht ruhig schlafen. Über 2.000 Bilder habe ich dort hinterlegt, viele in mein Blog eingebunden. Was, wenn Herr Flickr morgen früh den Stecker zieht? Da beruhigt es mich nur ein wenig, dass ich zu den zahlenden Mitgliedern gehöre. Man wird mich hoffentlich rechtzeitig informieren, bevor man abschaltet. Mehr kann ich nicht verlangen, außer mein Geld zurück, wenn der Vertragspartner seine Leistungen nicht erbringt.

Selbst mein bevorzugtes Online-Textverarbeitungsprogramm, der Zoho Writer bietet lediglich eine vermeintliche Sicherheit. Der Zoho Writer ist einer der wenigen Webservices, die bereits mit Google Gears, der Lösung, die Online-Inhalte in eine Offline-Datenbank sichert, ausgestattet. Allerdings sichert Zoho stets nur maximal 25 Datensätze lokal und gleicht sich dabei offenbar stets aktuell ab, will heißen, es befinden sich tatsächlich nur 25 Datensätze aka Texte offline und nicht etwa kumulativ pro Sicherung 25.

Selbst mein GoogleMail-Konto rufe ich mit einem E-Mail-Client zusätzlich lokal ab, obwohl ich das nicht bräuchte und letztlich lokal auch nicht nutze. Die Onlineverfügbarkeit meiner gesamten E-Mails ist das Beste seit Bier in Dosen. Bloß. Wo sind meine Mails, wenn Google plötzlich auf andere Gedanken kommt und das Vorhalten von Mail-Accounts nicht mehr für sinnvoll erachtet?

Gleiches gilt für mein Web.de-SmartDrive, das ich jetzt am Wochenende geleert und gelöscht habe. Zum einen waren mir die Übertragungsgeschwindigkeiten zu langsam geworden, zum anderen habe ich auch hier immer mehr Zweifel an der Datensicherheit entwickelt. Und wenn ich ein Dokument remote und lokal speichern muss, um es sicher im Zugriff zu behalten, macht mir das Versioning im Zweifel mehr Aufwand, als der Online-Bearbeitungsvorteil aufwiegen kann.

Ich könnte mir aber vorstellen, dass SaaS sich durchsetzt, wenn es anders als bisher betrieben wird. Ich hätte zB überhaupt kein Problem, auf meinem eigenen Webspace eine Onlinetextverarbeitung zu installieren, wie ich es ja auch mit meiner Blogsoftware tat.

Sicherlich könnte mein Hosting-Provider auch von heute auf morgen insolvent werden, dieses Risiko wäre allerdings auf eine Partei beschränkt und lauerte nicht in Form eines halben Dutzend Anbieters in meinem Nacken.

[Fotoquelle: pixelio.de]

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