Rumer ‘Boys Don’t Cry’: Songs der 70er im neuen Mantel

Der Grundton dieser Hommage an längst vergangene Sängerlegenden ist eher melancholisch-sentimental. Diese musikalische Inszenierung von Orchester und Chor zusammen mit dieser souligen Stimme der jungen Sängerin berührt garantiert jedes Herz! Nur der Song “Boys Don't Cry”, wonach Rumer Ihr Album benannt hat, fehlt. Diesen Titel des Albums widmete die Sängerin ihrer 2003 verstorbenen Mutter, die ein großer Fan der Band “The Cure” war.

Rumer “Boys Don't Cry”: Ein paar Tränen dürfen sein

Traurig klingen die Songs auf dem neuen Album “Boys Don't Cry” an – einer nach dem anderen. Die Songs, die eigentlich von Größen wie dem Komponisten Jimmy Webb, der Songwriter-Legende P. F. Sloan oder Isaac Hayes stammen, vertont die junge Britin jetzt neu und auf ihre ganz eigene und persönliche Art in ihrem neuen Album.

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Das Album mit den Coversongs ist seit Juni diesen Jahres veröffentlicht und enthält nur Stücke, die ursprünglich allesamt von Männern gesungen wurden. Das tut dem Hörspaß aber kein Abbruch, denn die Stimmengewalt von Rumer lässt es einem an nichts missen. Der Anspruch der begabten Künstlerin mit pakistanischen Wurzeln ist es immer schon gewesen, nur Songs auszusuchen, mit denen sie sich auch wirklich identifizieren kann – so kommentierte die Britin einst selbst in der Presse.

In dem Fall ihres neuen Albums scheint es durch und durch gelungen! Nur einen Wermutstropfen gibt es hierbei: Durch die sehr harmonischen Klänge Rumers verlieren die Texte inhaltlich an ihrer Brisanz. Beispielsweise Neil Youngs Song “A Man Needs A Maid” handelt vom Phantomschmerz und der Einsamkeit eines Mannes, die er verspürt. Feministinnen waren weltweit über diesen Songinhalt Youngs schockiert- bei Rumer lässt sich keinerlei Ansatz von diesem revolutionären Moment mehr heraushören. Schade eigentlich!

Nach dem bereits so erfolgreichen Release von Rumers Debütalbum “Seasons Of My Soul” im Herbst 2010, das sie innerhalb von kürzester Zeit auf Platz drei der Charts katapultierte, liefert die Britin mit diesem Album nun einen ebenso melodischen aber nicht unumstrittenen Nachfolger.
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