Roter Mars und Karavellen

Es soll ein unglaubliches Geld kosten und die Menschen unter bisher ungeahnte Belastungen zwingen. Die Enge in einem passenden Raumschiff und die Einsamkeit auf der ewig langen Reise lassen das Projekt undurchführbar erscheinen. Und dann erst der fremde Planet und die Risiken!
Wo ist eigentlich unser Entdeckergeist abgeblieben? Einmal völlig von der Frage abgesehen, ob eine Mission zum Mars sinnvoll ist, zeigen die Kommentare zu den Möglichkeiten einer solchen Expedition wenig historische Kenntnis. Haben Sie schon einmal eine der Karavellen von nahem gesehen, mit denen die Entdecker im 15. und 16. Jahrhundert die Welt erschlossen? Es ist wahrhaft erschreckend, wie klein sie sind. In so einem Holzschiffchen fuhren damals die Menschen auf ein Meer, ohne überhaupt zu wissen, wohin es geht. Es gab keinerlei Kommunikation mit zuhause, keine oder kaum verlässliche Karten, und die Fahrten, wie z.B. die Weltumsegelungen, dauerten Jahre.
Im Vergleich dazu der Mars: der Mars ist besser kartographisch erfasst als die Erde, während der ganzen Zeit herrscht Funkkontakt und die Reisedauer ist bei guten Startfenstern durchaus vergleichbar. Die Entdeckungsreisenden des 21. Jahrhunderts wissen genau wo es hingeht, es gibt keine Terra Incognita, nicht den weißen Flecken auf der Landkarte, von dem die meisten nicht zurückkehren.
Und das Geld? Nun, es ist kein Schnäppchen, aber überlegen Sie sich, für wie viel Geld im Moment irgendwo in der Wüste Hotels gebaut werden! Müssen wir also warten, bis ein Scheich beschließt, ein Hotel am Valle Marineris wäre doch eine prestigeträchtige Sache oder die Chinesen sich überlegen, wieso es eigentlich roter Mars heißt?
 
Für Fans: http://www.google.com/mars/  Google Mars!

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*