Raucher-Anarchie in Bayern

Selbst ich, als militanter Nichtraucher, habe mich Begeisterungsstürmen hingegeben, als man am Anfang des Jahres den Nichtraucherschutz verkündete. Aber nun, drei Monate später, bittere Ernüchterung, denn neulich in der Disko, roch es plötzlich nicht mehr nach Rauch, sondern nach Schweiß und billigem Parfüm – eine absurde Mischung, bei der das Bier innerhalb von Minuten zum schalen Gesöff mutierte. Und das Schlimmste war, man konnte Menschen dank der klaren Luft erkennen, deren Anblick lieber hätte im Verborgenen bleiben sollte.

Und jetzt sieht man sie überall, sie hängen vor den Türen der Stammlokale bei Wind und Wetter, zusammen gepfercht auf wenige Zentimeter, die sie vor dem Regen schützen. Mit tun sie leid, diese armen Geschöpfe, die nur einer jahrelangen Sucht folgen. Und wenn jetzt, wenn der Frühling und der Sommer kommen, wird man als Nichtraucher ein unbedeutendes Dasein in der Nische eines Wirthauses fristen, weil die Raucher schon beim kleinsten Anstieg der Temperaturen sich nach draußen stürzen werden, um dort in ihrer eigenen – neuen Welt zu leben. Arme Nichtraucher – eine Randgruppe der Gesellschaft.  

7 Meinungen

  1. Es wird ja bald wärmer und dann hängen die Nichtraucher vor den Türen der Restaurants. Dann haben Raucher keine Chance mehr sich zu verdrücken.

  2. Stimmt, ein gemütliches Zusammensein wie früher, da muss ich dem Autor zustimmen.

  3. das nervt total wenn man abends aus der disco raus muss zum rauchen 🙁

  4. Raucher kosten den Krankenkassen nur 241.000,-EUR in ihrem Leben – Nichtraucher kosten 281.000,-EUR und mit jeder Schachtel zahlen sie einen Euro dirket in die Krankenkassen.
    Und wieviele Arbeitsplätze sichert das Rauchen?

    Raucher sollten Ehrenplätze bekommen! Ihnen fehlt der soziale Egoismus.

  5. finde diese strikte reglementierung wirklich uebel. ich lebe seit ein paar monaten in japan,
    wo man im restaurant nach wie vor rauchen darf. im gegensatz zu tokio, wo man sogar draussen „smoking-areas“, ausgestattet mit ventilation, zum rauchen aufsuchen muss.
    jeder der in japan raucht hat seinen „pocket ashtray“ dabei, weil er sonst die kippen nicht legal entsorgen kann. in bayern sollte es den wirten ueberlassen bleiben ob ihre kunden rauchen duerfen oder nicht.

  6. Norbert Sohrweide

    Helmuth Schmidt ist wohl der bekannteste Kettenraucher in Deutschland eine gemeines Statistik ließe sich sicherlich hier nicht aufzeigen. Jedenfalls. Zumal er als auch seine Ehefrau sicherlich ein vielfaches über den Durchschittsqualmer verrauchen. Für jene Herrschaften werden Nichtraucherverbote wohl tabu sein.

  7. Mich nervt es ja wenn ich als Nichtraucher aus der Disco raus muss um an atembare Luft zu kommen.

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