Die Iranische Ölbörse ? ein Gespenst das Niemanden erschreckt

Was ist diese Ölbörse
überhaupt? Der Iran möchte auf einer kleinen Insel namens Kish, sie beherbergt
20.000 Einwohner, einen Handelsplatz für sein Öl einrichten. Bisher wird Öl zum
allergrößten Teil an den Börsen in New York und London gehandelt. Und da haben
wir dann auch schon die erste Ungereimtheit: Warum soll eine Insel an der
Peripherie, den angestammten Börsenplätzen New York und London so mir nichts
dir nichts den Rang ablaufen? Immerhin versuchte auch schon Singapur eine eigene Ölbörse zu errichten – und scheiterte.
 
Problem Nummer zwei: Die
iranische Ölförderung ist viel zu gering, um global gesehen, nachhaltige
Auswirkungen zeitigen zu können – zumindest im Bezug auf den Wechsel vom Dollar
zum Euro als Leitwährung. Dazu Enno Harks von der SWP: „Die
Menge der iranischen Ölexporte ist weltwirtschaftlich marginal – wenn
sie künftig in Euro faktoriert werden, wird das keine nennenswerte
Auswirkung auf die Finanzkraft des Dollars haben.”
Noch Fragen?
 
Okay, an dieser Stelle kommt
jetzt wahrscheinlich der Einwand, das andere Länder sich an der Ölbörse
beteiligen könnten und so der Einfluss wachsen werde. Doch wer soll das sein?
Saudi Arabien handelt sein Öl nicht an der Börse, Venezuela ist tausende Meilen
weit entfernt und Russland dürfte auch kein Interesse an solch einem
waghalsigen Experiment haben. Iran selbst hofft auf Kunden aus der kaspischen
Region – fragt sich nur, wer dass sein soll?
 
Nächster Haken an der
Theorie: Selbst der Mann der sie aufbaut, glaubt nicht an weit reichende
Folgen. Denn“was zählt, ist, in welchen Anlagewerten die Einnahmen investiert werden”, so Chris Cook, Architekt der Iranischen Ölbörse. Und nicht wie das Öl faktoriert wird.
 
Nächstes Problem: Der
Startermin. Ursprünglich für den 6. März geplant, verzögert er sich immer
weiter. Heute, so sehe ich bei einem flüchtigen Blick auf meinen Kalender,
haben wir bereits den 28. April – von der Iranischen Ölbörse ist weit und breit
immer noch nichts zu sehen.
 
Was bleibt also vom Gespenst
Iranische Ölbörse? Nicht fiel. Ein wenig heiße Luft. Es reicht halt nicht, wenn
sich Träume von USA Feinden mit vagen Fakten verbünden. Das ganze erinnert mich
ein wenig an Verschwörungstheorien rund um den 11. September 2001.

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