Problemkind deutscher Fussball

Dafür gibt es sicher mehrere Gründe. Auf Vereinsebene muss
man einfach eingestehen, dass Clubs wie der FC Bayern oder Borussia Dortmund
(beide siegreich in Championsleague) beim buhlen um die Topstars finanziell
nicht mit den Spaniern oder Engländern mithalten können. Aber die fehlende
Finanzkraft ist nur ein kleiner Teil des Problems.
 
Woran es der hiesigen Fussballlandschaft mangelt ist Flexibilität.
Deutsche Vereine und Funktionäre tun sich schwer dabei neue Konzepte zu
erkennen und umzusetzen. Bestes Beispiel dafür ist Klinsmanns Fitnessprogramm. Aus
allen Ecken des DFB wurde der Nationaltrainer für sein neues Konzept
angeprangert. Einige ewig Gestrige wie Hannovers Trainer Neururer (selber nur minder Erfolgreich) ließen keine Möglichkeit aus um daran rumzunörgeln. Klinsmann
solle sich eher auf die Taktik konzentrieren als seine Spieler mit „Gummitwist“
zu malträtieren.
 
Dabei setzt der Bundestrainer genau an der richtigen Stelle
an. Im internationalen Fitnessvergleich hinken deutsche Profis schon seit
langem hinterher. Und ohne die richtige Fitness kann kein Spieler die hohen
Anforderungen, die der moderne Fussball an ihn stellt, erfüllen. Das heutige
Spiel ist schneller und zweikampfbetonter geworden. Das ist wohl noch nicht bei
jedem Trainer in Deutschland angekommen.

Die Gründe für die Fitnessverdrossenheit liegen wohl in der
Vergangenheit vieler Übungsleiter. Fast jeder war vorher als Profi aktiv. Nun
ist Fitnesstraining beim gemeinen Profifussballer nicht sehr beliebt. Diese
Abneigung scheinen viele Trainier bis jetzt nicht abgelegt zu haben und
verschonen ihre Schützlinge weitestgehend vor den ungeliebten Aufgaben. Eine Unart,
die Klinsmann im Übrigen auch schon bemängelt hatte. Die Folge: Fitnesshausaufgaben
für die Nationalspieler.
 
Es wird Zeit, dass sich bei den deutschen Trainern und Vereinsverantwortlichen
etwas in den Köpfen bewegt. Sie sollten den ein oder anderen Blick über den
Tellerrand wagen und sich fragen, was die anderen Mannschaften/Ländern so
erfolgreich hat werden lassen. Vor allem muss der Schritt zu etwas Neuem gewagt
werden (die Bayern scheinen das Erkannt zu haben) und, was noch wichtiger ist, dieser
Schritt muss auch in aller Konsequenz durchgezogen werden.
 
Fest steht: es gibt viel zu tun –packt es endlich an!

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