Pastell oder pastel

Ein Pastell ist auch die Bezeichnung für eine Malerei, die mit Kreidestiften oder mineralischem Pulver aufgetragen ist. Ein Pastell kann fixiert sein oder von vornherein mit Pastell-Kreide angefertigt sein, die schon vor dem Auftrag mit Bindemitteln angereichert und auf diese Weise „gebunden“ wurde.

Da die natürlich vorkommenden Pigmente aus weißer Tonerde, sandfarbener, grauer oder grüner  Erde bestehen, nennt man auch in anderen Zusammenhängen helle Farben oder Farbkombinationen „pastell-farben“.  

Pastellieren heißt dementsprechend: Mit Kreidestiften malen oder Kreide mit den Fingern auf einem Untergrund verreiben, so dass ein zartfarbenes Motiv auf einem dunklen oder hellen Untergrund entsteht. Diese mineralischen Farben können auch als  wasserhaltige Malerfarbe für Wände mit breiten Pinseln aufgebracht werden.

Je nach Untergrund haften sie auch ohne Fixierung oder Beigabe von Bindemitteln.

„pastell“ wird es geschrieben

Der Name wird hergeleitet von dem Wort „Paste“, bzw. dem italienischem „Pastello“.

Pastell wird mit Doppel-L geschrieben, die Verwirrung kann daher rühren, dass es im Englischen „pastel“ heißt, da dort gerne mal Doppelkonsonanten vermieden werden. Das „Pastel“ mit einem L gibt es laut Duden nicht, es ist also falsch.

Die Paste der Künstler

Die pastell-Paste kann entstehen durch feinst gemahlene Tonerde oder Mineralien, die verrührt werden mit Wasser oder klebrigen Zusätzen. Da sie beim trockenen und ungebundenen Auftragen auf Maler-Leinen oder auf Malerpapier nicht halten und abbröseln würde, muss ein Pastell entweder fixiert werden oder von vornherein mit speziellen Pastellkreiden angefertigt werden. Für Pastelle eignen sich besonders Samt- oder Velvetpapiere oder spezielle Pastell-Papiere, die es in Spezialgeschäften für Malutensilien gibt.

Pastell-Kreiden sind meist vierkantige Stifte, mit denen Bildmotive auf Untergründe aufgebracht werden. Diese Pastellkreiden sind mit Zusatzstoffen angereichert, die das fein zerriebene Grundmaterial zusammenhalten. 

Zusatzstoffe können sein: Eiweiß oder Eigelb, Gummi arabicum, Öle, Fette, Wachs.

Je nach der Art und der Menge der Zusatzstoffe erscheinen Pastellmalereien entweder pudrig matt oder leicht glänzend. Durch Nachbehandlung können einzelne Stellen noch nach Fertigstellung der Malerei durch doppelten Auftrag oder Schichtauftrag hervorgehoben werden oder durch Reiben mit harten Gegenständen glänzend gemacht werden, so dass sie sich vom Rest des eher matten Motives abheben in Glanz oder Struktur.

Reine Pastell-Kreiden werden von Malern benutzt für Bilder, Skizzen, aquarellartige Bildaufträge. Aquarellfarben natürlichen Ursprungs bestehen aus Pastellkreide, die mit Zusätzen in eine feste Konsistenz (Paste) gebracht und in kleine Farbtöpfchen gepresst wurde. Der Maler befeuchtet den Pinsel mit mehr oder weniger Wasser und bewegt die Pinselborsten in dem Kreidetöpfchen. Dabei löst er die Pigmente wieder aus ihrer festen Form und kann sie auf Künstlerpapier auftragen. Während des Trockenvorganges können Effekte erzielt werden durch erneuten Auftrag mit Pastellfarbe oder durch die Wegnahme der bereits aufgetragenen Wasserfarbe mit einem trockenen Pinsel. Auf umgekehrtem Wege entsteht die Transparenz von Aquarellmotiven auf Papier durch den sehr wässerigen Auftrag von Kreidepigmenten, die auch zerfließen dürfen, wodurch zauberhafte Formen entstehen können.

Pastellkreide wurde schon immer für den Unterricht in Schulen benutzt. Meist war es weiße Kreide, die in vierkantige oder runde Stifte gepresst wurde, mit denen der Lehrer auf den grünen Tafelgrund schrieb. Der Vorteil der Pastellkreide ist, dass sie wieder mit Wasser und Schwamm abgewaschen werden kann.

pastell auch im Computer?

Der in der Computersprache häufig vorkommende Ausdruck „cut and paste“ oder „copy and paste“ entstand in Anlehnung an die Mineralfarben, eben die Pastelle, die man auftragen und wieder abnehmen kann. So kann man mit dem Befehl „copy and paste“ aus einem bereits vorhandenen Text am PC durch Anklicken eines markierten Feldes einen Textteil wegnehmen und mit dem Befehl „paste“ an einer anderen Stelle wieder einsetzen, was dem deutschen Ausdruck „kopieren“ und „einsetzen“ entspricht. Wenn man den Text ganz, bzw. ersatzlos entfernen will, ist der Befehl „cut“ (ausschneiden) anzuwenden. In jedem Fall wird mit „paste“ der von anderer Stelle kopierte oder ganz ausgeschnittene Text an einem neuen Ort eingefügt.

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