Osama Bin Laden tot?

Das Pariser Verteidigungsministerium hat einen französischen Zeitungsbericht über den angeblichen Tod von Terroristenführer Osama bin Laden am Samstag weder dementiert noch bestätigt.

Allerdings hat die französische Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie «eine Untersuchung gefordert, um den Ursprung dieses Lecks zu ermitteln», das «strafrechtlich relevant» sein könne (Yahoo Nachrichten vom 23.09.2006).

«L'Est Républicain» berief sich auf den französische Auslands- Geheimdienst DGSE, der Präsident Jacques Chirac bereits am vergangenen Donnerstag über den Tod Bin Ladens unterrichtet haben soll.

Das Blatt hatte aus einer DGSE-Note zitiert, nach der dem saudischen Geheimdienst zufolge der Al-Kaida-Begründer am 23. August in Pakistan «eine sehr starke Typhus-Krise» erlitten haben soll.  Aufgrund seiner fluchtbedingetn Isolation sei eine medizinische Behandlung nicht möglich gewesen. Zunächst seien seine Beine von Lähmungserscheinungen befallen worden sein. Sodann sei er angeblich verstorben. Am 4. September 2006 hätten die saudischen Dienste die ersten Anzeichen für seinen Tod erhalten, hieß es.

Schon am 19. September hatte der DGSE angeblich vermerkt, dass der saudische Geheimdienst versuche, Nachrichten zum Tode Bin Ladens zu verifizieren. Die jetzigen Informationen würden als so verlässlich angesehen, dass sie weitergeleitet worden seien, behauptet «L'Est Républicain».

Stimmt die Nachricht, ist das nicht das Ende von Al-Kaida. Jedoch können die US-geführten Spezialeinheiten, die seit Jahren erfolglos im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan nach Bin Laden fahnden, ihre Suche einstellen. George W. Bush muss das als Niederlage verstehen, dass ein schwerkranker Mann zu Lebzeiten nicht gefasst werden konnten. Und der restlichen Menschheit entgeht die Genugtuung, dass ein Schwerverbrecher der irdischen Gerechtigkeit zugeführt werden konnte. Vielleicht hat das aber auch ein Gutes. Man stelle sich vor die USA hätten den Terroristenführer geschnappt. Was für eine kranke, aber willkommene Begründung für eine infernalische Anschlagsserie sämtlicher, zu diesem Zweck aufgeweckter Schläfer der weltweit operierenden Al-Kaida-Zellen.

Inzwischen berichtet auch Spiegel-Online über die Todesgerüchte. Es heißt dort, das pakistanische Regierungskreise die Todesnachricht nicht bestätigt haben sollen. Die Quellen des französischen Geheimdienstes seien von den Pakistani als vage bewertet worden.

Falls sich die Nachricht bestätigen sollte, bleibt zu hoffen, dass der Todeskampf quälend lang und überaus schmerzhaft war. Wer kein Erbarmen kennt, hat auch keines verdient.

19 Meinungen

  1. „Falls sich die Nachricht bestätigen sollte, bleibt zu hoffen, dass der Todeskampf quälend lang und überaus schmerzhaft war. Wer kein Erbarmen kennt, hat auch keines verdient.“Sehr zivilisiert Frau Wilczek, sehr zivilisiert.

  2. Da schrieb mein Bauch. Mein Kopf war mit den Bildern von Menschen beschäftigt, die am 11.09.2001 aus den Twin Towers in den sicheren Tod sprangen. Aus der zivilisierten Welt sozusagen für immer raus.

  3. Ja genau immer schnell entschuldigen!! Und Hitler hat ja immerhin die Autobahnen entworfen – ist so eine Aussage dann auch „zivilisiert“? Was ist denn daran falsch? Finde den letzten Satz vollkommen in Ordnung. Wär schon genial wenn er an seiner eigenen Einstellung den Fortschritt konsequent zu verleugnen letzten Endes von selbst abkratzt.

  4. Ab und an kann man aus seinem Herzen keine Mördergrube machen. Deswegen stehe ich auch nach wie vor zu meinem vorletzten und letzten Satz, obwohl ich weiß, dass er nicht in einer humanistischen und/oder christlichen Tradition steht. In Ansehung des Elends, das der Terror über die Menschen gebracht hat, verlässt mich jedoch angelegentlich die political correctness.

  5. Osama tod….??.welch üble Hetze…??.und wenn schon kommt der nächste.Hilter war geil….und harmlos gegen das was noch kommen wird…..3,5 Millionen Osama Kuppels sind schon da….fangen sogar schon an sich ins Theaterwesen einzumischen.was für ein Schlappland…..Hilter…..lol.wenn Osama so ein Schwein wäre…dann hätte er befohlen Mittags in die Türmchen zu fliegen…und nicht früh am morgen wo nur 3000 unschuldige, vielleicht sogar islamische Putzen den Wohlstandsmüll wegfegten….wer warnte die Penthousemieter, wer die reichen Börsenmanager…., wer die zahlreichen Schauspieler die da wohnten…? ein bisschen viel des Glücks…oder…?

  6. Einige können oder wollen es nicht verstehen. Bei „Himbi“ ist es eindeutig die mangelnde kognitive Fähigkeit oder wie soll man sich so etwas erklären:“Hilter war geil….und harmlos gegen das was noch kommen wird….“ Für wen war Hitler denn geil? Das behauptet ja noch nicht mal die NPD offen!“3,5 Millionen Osama Kuppels sind schon da…“ Diese undifferenzierten Äußerungen spielen doch Islamisten und Radikalen in die Hände, also, was soll das???“was für ein Schlappland….“Wenns dir hier nicht gefällt, dann hau doch ab. Verschwinde!“wenn Osama so ein Schwein wäre…dann hätte er befohlen Mittags in die Türmchen zu fliegen…und nicht früh am morgen wo nur 3000 unschuldige, vielleicht sogar islamische Putzen den Wohlstandsmüll wegfegten….wer warnte die Penthousemieter, wer die reichen Börsenmanager…., wer die zahlreichen Schauspieler die da wohnten…? ein bisschen viel des Glücks…oder…?“So viel Schwachsinn auf einmal…was nimmst du, oder besser was fehlt dir so einen Mist darzubieten und wahrscheinlich noch nicht mal rot dabei anzulaufen?

  7. Himbilein,sagt mal, geht es noch? Martin Kulik hat zwar schon wacker retourniert. Dennoch auch von mir die dringende Bitte: Finger weg von bewusstseinstrübenden Drogen oder sonstigen Hirn-Ex-Suchtmitteln.

  8. Hitler war obergeil….Na Bildlich natürlich….Stalin hat noch nach Kriegsende 100 Millionen umgelegen lassen…Macht die Augen auf….Ihr Ignoranten…Ihr werdet erschrecken wenn Ihr wieder munter seid…..Na ich habe keine Promitoten in der Liste der Opfer gelesen…weiss nicht was Ihr lest aber Ihr glaubt wahrscheinlich die Scheisse vom Terrorismustheorie…die NPD …hm ja gut Weicheier…..@Martin…hast Du jetzt noch was eigenes zum Thema oder kopierst du wieder nur meine Sachen…lol.Ach ja Flucht ist der geringste Wiederstand und ein Zeichen von Schwäche….ich bleibe….

  9. @Himbi“Na ich habe keine Promitoten in der Liste der Opfer gelesen…weiss nicht was Ihr lest aber Ihr glaubt wahrscheinlich die Scheisse vom Terrorismustheorie..“Wer will auch schon in einem Bürohaus wohnen? Und zudem gibt es meines Wissens nach keine andere haltbare Theorie als diejenige, dass Islamisten Flugzeuge kaperten und einen ziemlich monströsen Terrorsanschlag verübten. Oder wie siehst du das? Zudem hat Osama, der ja wohl nun doch noch lebt, die ganze Sache gutgehißen und zugegeben das er zumindest spiritus rector der Anschläge war.“ Hitler war obergeil….Na Bildlich natürlich….Stalin hat noch nach Kriegsende 100 Millionen umgelegen lassen…Macht die Augen auf….Ihr Ignoranten…Ihr werdet erschrecken wenn Ihr wieder munter seid….“Dass Stalin kein Kind von Traurigkeit und ein ziemliches Monster war betrietet niemand, dass er nach Kriegsende 100 Millionen Tote zu verantworten hat ist aber schlich Nonsens. Da täte dir ein Blick in ein Geschichtsbuch gut.Und wenn du die NPD für „Weicheier“ hältst, wo stehst du dann? NSDAP-AO? Oder noch weiter rechts? Vielleicht interessiert sich ja der VS dafür?

  10. Ganz falsch ist stehe für mich….100 Millionen Tote…Okay Du warst in der falschen Schule…aber als Poli Student sollte man sich schon mal im ARD Archiv rumtreiben….das ist bewiesen…..Um eine weitere unwissendheitslücke zu stopfen…..Das Worldtrade Center war kein reines Bürohaus….Es gab jede Menge Penthouse Wohnungen…auch das kann man überall nachlesen…..Ich denke es hat wenig Sinn die Diskussion hier weiter zu führen….Scheinbar sind noch Semester Ferien….Vorschlag….ab in die Archive…auch N-TV usw…lesen und dann geht es hier weiter….Hier, aber in die Politik willst du hoffentlich ne gehen…oder…lol.In den Archiven kannst Du dann auch gleich mal über die Hitler Vorgänger nachblättern..z.B. über die Spanier….die ganz Südamerika ausgerottet haben….oder über die Amerikaner…das Sinnbild der Demokratielügner….wielviel Indianer sind der Profitgier zum Opfer gefallen…? Heute stellt man Sie ausgestopft ins Museum…..gehen wir noch ein bisschen weiter zurück….120 Jahre bedrohten Kreuzritter die restliche Welt…400 Jahre der Islam…..Cäsar auch so ein Welteroberer der gemordet hat ohne Ende…Das muss erst mal reichen für deine Hausaufgaben übers Wochenende….Sicher findest du noch ein paar andere Massenmörder.Pop Pot z.B..na du machst das schon….Ich für meine Teil bin nach dem Führer geboren…und habe mit verlaub die Schnauze voll ständig für dessen und die Taten seiner Imperialistischen Freunde zahlen zu müssen….Hier ich VS….

  11. Ganz falsch ist stehe für mich….100 Millionen Tote…Okay Du warst in der falschen Schule…aber als Poli Student sollte man sich schon mal im ARD Archiv rumtreiben….das ist bewiesen…..Um eine weitere unwissendheitslücke zu stopfen…..Das Worldtrade Center war kein reines Bürohaus….Es gab jede Menge Penthouse Wohnungen…auch das kann man überall nachlesen…..Ich denke es hat wenig Sinn die Diskussion hier weiter zu führen….Scheinbar sind noch Semester Ferien….Vorschlag….ab in die Archive…auch N-TV usw…lesen und dann geht es hier weiter….Hier, aber in die Politik willst du hoffentlich ne gehen…oder…lol.In den Archiven kannst Du dann auch gleich mal über die Hitler Vorgänger nachblättern..z.B. über die Spanier….die ganz Südamerika ausgerottet haben….oder über die Amerikaner…das Sinnbild der Demokratielügner….wielviel Indianer sind der Profitgier zum Opfer gefallen…? Heute stellt man Sie ausgestopft ins Museum…..gehen wir noch ein bisschen weiter zurück….120 Jahre bedrohten Kreuzritter die restliche Welt…400 Jahre der Islam…..Cäsar auch so ein Welteroberer der gemordet hat ohne Ende…Das muss erst mal reichen für deine Hausaufgaben übers Wochenende….Sicher findest du noch ein paar andere Massenmörder.Pop Pot z.B..na du machst das schon….Ich für meine Teil bin nach dem Führer geboren…und habe mit verlaub die Schnauze voll ständig für dessen und die Taten seiner Imperialistischen Freunde zahlen zu müssen….Hier ich bin VS….

  12. Über die Anzahl der Toten unter Stalin können wir uns wahrscheinlich ewig streiten, hier meine Quellen: „Der US-amerikanische Politologe Rudolph Joseph Rummel nimmt an, dass in der gesamten Zeit der Sowjetunion bis zu 62 Millionen Menschen umgebracht wurden, davon mehr als 42 Millionen unter Stalin.“ [Wikipedia] Von letztendlich bewiesen und 100 Millionen würde ich also nicht reden – zumal die SU nur etwas mehr als 100 Millionen Einwohner hat. Und wenn du 2€ investieren magst, kannst du dich hier mit noch mehr abstrusen Theorien über 9/11 versorgen, fürs Wochenende, falls dir langweilig wird.

  13. Junge Deine Zahlen stinken….In der Su lebten 265 Millionen Menschen…..ich geb Dir bis Montag Zeit die Bestätigung der 100 Millionen zu finden dann helfe ich Dir umsonst….Aber lieber Politstudent ist nicht schon 1 Toter zuviel….62 Millionen….soviel hatte Deutschland nach dem Krieg.62 000 000….was für eine Zahl

  14. Okay, das mit den 265 Millionen war ein Denkfehler meinerseits, hatte nur noch das heutige RUS im Kopf. Ich such trotzdem nicht deine olle Zahl weil sie m.E. schlicht falsch ist. Und ob ein Toter zuviel ist, muss jeder mit sich und seinem Gewissen selbst ausmachen. Du scheinst ja reges Interesse an Massnmördern zu haben – dann viel Spass damit.

  15. Gut Okay damit Du ein ruhiges Wochenende hast hier die Auflösung……Das „Schwarzbuch des Kommunismus“.Blick zurück im Zorn.VON JOACHIM KÄPPNER.Eine neue historische Debatte: Warum sich die Verbrechen von Kommunisten und Nationalsozialisten vergleichen, aber nicht gleichsetzen lassen..Was haben sich deutsche Intellektuelle amüsiert! Unvergessen ist die Rede, in der US-Präsident Ronald Reagan Anfang der achtziger Jahre den kommunistischen Teil der Welt das „Reich des Bösen“ nannte. Reagans in der Bundesrepublik vielverspotteter Satz war sicher naiv – und doch, normativ betrachtet, zutreffend. Was heute nach Politbüro- und Mauerschützenprozessen, Aktenöffnung und Zeitzeugenberichten als selbstverständliches Wissen gilt – die Verbrechen des Kommunismus -, war damals Richard Löwenthals düsterem „ZDF-Magazin“ vorbehalten. Oder den Büchern des CSU-Politikers Hans Graf Huyn. Die politische Rechte hatte das Thema besetzt, aber einen aufgeklärten, demokratisch begründeten Antikommunismus bot sie nicht. In den achtziger Jahren interessierte sich die liberale bis linke Öffentlichkeit kaum noch für den Kommunismus. Er hatte, anders als die Konservativen fürchteten, zwar kaum noch Anziehungskräfte, aber auch im Bösen interessierte man sich kaum für ihn. Friedensdemonstranten ängstigten sich öffentlich vor der atomaren Nachrüstung der NATO. Und die östliche Vorrüstung? Sie geschah irgendwo da drüben in einer fernen Welt. In der verfaßten Studentenschaft dominierten DDR-hörige Gruppen, aber die Studenten interessierten sich ohnehin nicht für ihre eigenen Vertreter. Wenn es das Wort „political correctness“ schon gegeben hätte, dann war es in der SPD mächtig pc, die „Zentrale Erfassungstelle“ für DDR-Straftaten in Salzgitter als „Relikt des Kalten Krieges“ zu schmähen und ihre umgehende Schließung zu verlangen. Helmut Kohl empfing Erich Honecker wie einen Staatsgast. Damals also, in den achtziger Jahren, wäre ein „Schwarzbuch des Kommunismus“ eine Sensation gewesen.Heute könnte es noch immer eine Bereicherung sein. Es könnte den Horizont erweitern für die Verbrechen eines Systems, mit dem man sich nolens volens in friedlicher Koexistenz eingerichtet hatte. Das Schwarzbuch ist das beklemmende Kompendium einer aus den Fugen geratenen Zeit. Und dennoch wirkt es wie ein Ärgernis.Schuld daran ist St‚phane Courtois, ehemaliger Maoist, Forschungsdirektor am Centre national de la recherche scientifique, Koordinator des Schwarzbuch-Projekts – und ein Mann, der sich von seinem Glauben gelöst hat. Er wollte das radikal Neue, den Tabubruch, die Provokation.Mit dem Furor des Renegaten – und ohne Wissen seiner Koautoren – stellte Courtois dem Buch ein Vorwort voran, über das jetzt die meisten reden, ohne das über 900 Seiten dicke Gesamtopus gelesen zu haben. Seine These: Der Terror war „ein Grundzug des modernen Kommunismus“. Weil das so war, errechnet Courtois, verschuldete der Kommunismus zwischen 1917 und 1989 „100 Millionen Tote“ – „während es im Nationalsozialismus rund 25 Millionen waren“. Und schließlich, sagt Courtois, sei es nicht einfach, der Welt diese Wahrheiten ins Gesicht zu schreien. Nach 1945 nämlich „erschien der Genozid an den Juden als das Paradigma moderner Barbarei, und zwar so sehr, daß er allen Raum für die Wahrnehmung von Massenterror im zwanzigsten Jahrhundert beanspruchte“. Die Kommunisten hätten „diese Besonderheit“ (den Holocaust) raffiniert für „die Mobilisierung des Antifaschismus“ genutzt. Wer neuerdings die „Einzigartigkeit“ des Mordes an den Juden betone, betreibt in dieser Logik die rote Ablenkungsstrategie fort, er „behindert ebenfalls die Wahrnehmung vergleichbarer Tatsachen in der kommunistischen Welt“.Doch Courtois ist kein neuer Solschenyzin. Eher spielt er den Goldhagen des Kommunismus. Es scheint, als provoziere das Ende der Ideologien und weltanschaulichen Tabus den künstlich inszenierten Tabubruch. Courtois relativiert den Nationalsozialismus und den Holocaust, um als Enthüller noch schlimmerer Verbrechen dazustehen.In Frankreich gelang die Provokation leicht. Der Kommunismus als das absolute Böse – das mußte die letzte westeuropäische KP von Gewicht treffen. Zwar hatten die französischen Kommunisten Stalin gehuldigt, aber an seinen Verbrechen fühlten sie sich unschuldig. Sie leben vom Mythos der R‚sistance und der Glorie des antifaschistischen Kampfes. Mörder und Terroristen, hätte man sie je zur Macht kommen lassen? Niemals, dekretierte der sozialistische Premierminister Lionel Jospin: Er sei „stolz“ auf die kommunistischen Minister seiner Regierung.Das ist, in ihren ideologischen Gegensätzen, eine geradezu altmodische Frontstellung. In Deutschland, wo die kommunistische Idee seit dem Ende des Mauerstaates endgültig diskreditiert ist, hätte die Aufregung kaum gelohnt. Wäre da nicht das ominöse Vorwort.Darum dreht sich jetzt alles. Das ist gut für den Verkauf des Buches und nicht illegitim, aber ziemlich unergiebig für die historische Erkenntnis. Courtois‘ Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Kommunismus verhindert geradezu, daß sich die Debatte tatsächlich um die Verbrechen des Kommunismus dreht. Es geht wieder um uns. Um Vergangenheit, die nicht vergeht, um Selbstbespiegelung und die ermüdenden rhetorischen Rituale von links und rechts.Für die Konservativen ist die Sache einfach: Jetzt wird den Linken der Spiegel vorgehalten. „Schwatzbuch“ höhnt dagegen die „Frankfurter Rundschau“, „Windei 98“ die „Zeit“. Rudolf Walther bescheinigt in der „taz“ ganzen Teilen des Buches „propagandistisches Niveau“. Selbst ein so renommierter Historiker wie Hans-Ulrich Wehler sieht im Streitgespräch mit Courtois „die Gefahr der Apologetik“ heraufziehen. Dabei geht es in erster Linie gar nicht um das Schwarzbuch, sondern um einen Mann, den sich Courtois zum Vorbild nahm: Ernst Nolte. Der Berliner Faschismusforscher hatte 1986 den „Historikerstreit“ ausgelöst mit seiner These vom „kausalen Nexus“ zwischen Sowjetterror und Holocaust. Seither ist Nolte der Held einer dubiosen rechtslastigen Anhängerschar. Sie haben verstanden, was er sagen wollte: Der Holocaust war nicht einzigartig, kein Grund zur Schuldbeladenheit, andere haben auch und vor uns Verbrechen begangen. Obwohl sich Nolte im Historikerstreit überhaupt nicht durchsetzen konnte, fürchten ihn viele liberale Historiker, als sei er die Speerspitze einer rechtsnationalen Gegenrevolution und nicht ein in seinen Thesen versponnener alter Mann.Die Erinnerung an Nolte und an die späten Identitätsdebatten der alten Bundesrepublik machen den deutschen Streit um das Schwarzbuch so fruchtlos. Nolte bestritt die „Einzigartigkeit“ des Holocaust, um den Deutschen die Last dieses dunklen Teils ihrer Geschichte leichter zu machen. Courtois tut es für sich selbst, um die eigene These zu überhöhen. Seine Behauptung, wer auf der „Einzigartigkeit“ des Mordes an den Juden beharre, verdunkle die Erinnerung an die Opfer des Kommunismus, grenzt an Apologie. Diese Argumentation ist noch immer die des marxistischen Dogmatikers, nun aber als Negativ. Früher lehnten es die Kommunisten ab, sich mit dem Holocaust näher zu beschäftigen, weil das nur vom Kampf der Antifaschisten ablenke. Heute will Exkommunist Courtois nichts vom Mord an den Juden mehr hören, weil die Verbrechen des Antifaschismus das wichtigere Thema seien. In einem Interview spricht er sogar vom Schlußstrich, der endlich nötig sei..Viel Spass du….du…Polit Studiosie…lol

  16. Ergänzend zu Eurem Artikel habe ich im heuteblog einen Beitrag mit dem Titel „Neue Videobotschaft: Starb Terrorchef Bin Laden in diesem Auto?“ gefunden, welcher sich sich ebenfalls mit dem möglichen Tod von Bin Laden beschäftigt. Auch wird, natürlich nicht ganz ernsthaft, dass entsprechende Video gleich mitgeliefert. Die Message findet ihr unter http://heuteblog.de/2006/09/29/ .Viele Grüße Holger

  17. Von der netten Autorin…kratz….kratz…lol..total vergessen…..hier mein Retourn.. Himbilein,sagt mal, geht es noch? Martin Kulik hat zwar schon wacker retourniert. Dennoch auch von mir die dringende Bitte: Finger weg von bewusstseinstrübenden Drogen oder sonstigen Hirn-Ex-Suchtmitteln..DIE DA WÄREN……..?

  18. @Holger:Danke für den Link. Der Spot ist doch mal eine andere Art mit der Terrorgefahr umzugehen. Nicht schlecht!

  19. „weil die Verbrechen des Antifaschismus das wichtigere Thema seien. …“

    Interessant, dass Käppner Verbrecher als Antifaschisten bezeichnet, handelt es sich hierbei doch um ein Paradoxon.
    Und in der Tat hat Courtois Recht, wenn er sagt, dass jener, der auf der “Einzigartigkeit” des Mordes an den Juden beharre, die Erinnerung an die Opfer des Kommunismus verdunkele, was Käppner in perfider Weise zu einer Apologie verklärt. Keineswegs ist diese eigenwillige Interpretation korrekt, sondern vielmehr Indiz eines pathologisch deutschen Selbsthasses, wie er in dieser Form einmalig ist.
    Dass Käppner gegenwärtig Ressortleiter München bei der Süddeutschen Zeitung ist, verwundert daher gar nicht. Denn es war u. a. diese Zeitung, die zum Fall Sebnitz im Jahr 2000 entrüstet titelte: „Ein Kind, ertränkt wie eine Katze“ – „Gibt es ein brutaleres Beispiel für die tägliche rechte Gewalt?“ Dabei waren es keine Neo-Nazis, sondern es handelte sich um einen Unfall.
    Auch auf das Märchen der mittlerweile überregional bekannten Rebecca, die 2007 in Mittweida angeblich ein Hakenkreuz in die Haut geritzt bekam („Neonazis schneiden Frau Hakenkreuz in die Haut“), was sich später als dreiste Lügengeschichte herausstellte, ist die Süddeutsche reingefallen.
    Man könnte fast meinen, als ob die Süddeutsche eine gewisse Affinität zu einer Ideologie hegt, die den Nationalsozialismus braucht, um sich selbst zu erhöhen.

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