Ohne Bayern, wär’ hier gar nix los

Damit das vorneweg klar ist. Ich will hier kein Pamphlet gegen die Bundesliga produzieren, im Gegenteil. Ich bin mir durchaus bewusst, dass unsere Topvereine die Liga brauchen, als Grundlage, als Brot-und-Butter-Geschäft. Ohne Alltag kann man nichts Besonderes erleben. Ich mag daher die Liga und ich mag auch Bielefeld. Und natürlich, wie praktisch, profitieren alle von der Situation: Die kleinen Vereine entwickeln sich gegen international erfahrene Ligakonkurrenten weiter, während diese ihre Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Bereich aus diesen Vergleichen ebenfalls stärken.

Für Topvereine wie Bayern und, ja, eigentlich nur Bayern, ist die Champions League aber kein Betriebsausflug, bei dem man mal schnell Moin-Moin oder Glückauf sagt und durch die Hintertür schnell wieder in den UEFA-Cup verschwindet. Die Bremer seien hier ausdrücklich und großzügigerweise hinzugefügt, haben sie sich in den letzten Jahren doch wirklich königsklassig verkauft, wären wie einst Leverkusen mal für eine echte Überraschung gut. Zur Halbzeit lagen die Bremer beim Gastspiel in London allerdings schon 0:1 gegen Chelsea zurück.

Für den Rekordmeister jedenfalls ist die Königsklasse alles entscheidend: Erfolgsempfinden, Personalplanung, Fanzufriedenheit. Gute Auftritte in der Champions League sind das Salz auf der Bayern-Brezn. Dazu kommt: Realistische Hoffnung auf Erfolg in der Champions League dürfen doch allein die Bayern-Fans hegen – auch wenn es zur Halbzeit gegen Spartak noch 0:0 steht. Wer hält denn hier die Fahne hoch, hält den Absturz der Liga in der Nationenwertung noch ein wenig auf? Von Ausnahmen abgesehen sind es immer die Münchner. Darum ist es mir auch ein Rätsel, warum bei Europacup- Spielen so mancher Fußball-Fan seine Anti-Haltung entdeckt. Auf internationaler Ebene nicht für einen Verein, sondern in jedem Spiel "gegen Bayern" zu sein, ist aus meiner Sicht kontraproduktiv, trägt doch auch der eigene Verein Schaden beim potenziellen Misserfolg der Bayern.

Aber ich will ja positiv bleiben, was mir nicht schwer fällt, da sich Heiserkeit beim Schreiben eher periphär bemerkbar macht. Denn mittlerweile läuft die 54. Minute und die Bayern führen mit 2:0 (daher die Heiserkeit) und haben die – was ist der Plural von Spartak? – wie auch immer, die Moskowiter eben, voll im Griff. Ich träume mit den Bayern von Athen und wünsche den anderen einen angenehmen Liga-Alltag…

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