Nord-Korea testet die Atombombe und die internationale Gemeinschaft

Zuerst zur zweiten Frage: Auch wenn der nordkoreanische Test nur eine Sprengkraft von 550 Tonnen TNT hatte (zum Vergleich die Hiroshima-Bombe hatte 12.500 Tonnen TNT) scheint einiges dafür zu sprechen, dass das Regime unter Kim Jong-il bereit ist es auf eine Konfrontation mit der Weltgemeinschaft ankommen zu lassen. Ein Programm zur Vorbereitung auch nur eines kleinen Atomwaffentestes verschlingt riesige Summen an Geld, Zeit und Knowhow und in anbetracht der Tatsache, dass das Regime Hunger und Leid in der eigenen Bevölkerung akzeptiert und gleichzeitig diesen Aufwand treibt, kann man davon ausgehen, dass das Nuklearwaffenprogramm weiter vorangetrieben wird.

Und warum auch nicht? Zum einen hat das Beispiel von Indien und Pakistan gezeigt, dass einzelne Staaten und internationale Organisationen sich kooperativer verhalten, wenn sie mit Atommächten verhandeln und zum anderen hat Nordkorea das Problem, dass es ohne echt Unterstützer in der Welt steht, den auch China scheint sich immer mehr von Pjöngjang zu distanzieren.

Jetzt, da durch den Test Tatsachen geschaffen wurden, stellt sich die Frage wie die Welt nun mit Nord-Korea umgehen soll. Isolieren? Verhandeln? Oder gar ein Diskussion von Gewaltanwendung? Die USA fordern die UN-Sicherheitsrat "umgehend auf diesen unprovozierter Akt zu reagieren" und machen klar, dass sie bereit sind "ihre Verbündeten in der Region zu beschützen und zu verteidigen". China bezeichnete die Tests als "abscheuliche Missachtung" der internationalen Regeln gegen Atomwaffen und fordert alle Seiten auf "ruhig zu bleiben und eine friedliche Lösung anzustreben". Spanien nennt den Test einen "provokativen Akt" und auch Indien und Pakistan (als junge Atommächte) kritisieren das Regime in Pjöngjang. Gerade in Süd-Korea wird jetzt hitzig diskutiert und kommentiert. Man könnte diese Liste noch lange fortführen…

Natürlich ist es gut und richtig, dass die internationale Gemeinschaft (so gespalten sie auch oftmals sein mag) Nord-Korea sofort und eindeutig klar zu macht, das Schritt zur Atommacht Missfallen hervorruft, aber welchen Effekt hat dies? Es bleibt abzuwarten, ob in den nächsten Tagen ersthafte und umsetzbare Vorschläge gemacht werden um mit dieser (ja nicht ganz neuen) Situation umzugehen. Japan hat bereits eine Expertenrunde zusammengerufen und auch der amerikanische Vorstoß in Richtung Sicherheitsrat mag sinnvoll sein (wobei man sich fragen darf, wieviel Eindruck eine UN-Resolution auf Pjöngjang haben mag), aber es bleibt die Sorge, dass sich Nordkorea als Atommacht etablieren kann und Kim-Jong-il seine Herrschaft über Nord-Korea (deren Ende meiner Meinung nach wünscheswert wäre) hindurch länger aufrecht erhalten kann als ohne die A-Bombe. 

 

3 Meinungen

  1. Nord-Korea testet die Atombombe und die internationale Gemeinschaft…..schaut zu….

  2. Das ist ja genau die Sorge, die in meinem Artikel deutlich wird.

  3. Wenn ich mir das ganze Geschehen in Nordkorea so angucke, dann frage
    ich mich als Europäer ernsthaft, wenn die das so weiter durchziehen, dann bleibt es nicht beim Versuch, dann sprengen die noch irgendwas richtig in die Luft…

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