Nepal vor dem Bürgerkrieg

Aljazeera berichtet heute,
dass in Katmandu eine Ausgangssperre verhängt wurde, die auch tagsüber gelte. Jeder der die Ausgangssperre nicht beachte, so der Verwaltungschef von Katmandu, würde erschossen.
 
Anders als bei vorherigen
Ausgangssperren wurden auch für Touristen, Diplomaten und Journalisten keine
Ausnahmen zugelassen. Die Opposition rief ihre Anhänger trotzdem zu
Demonstrationen auf.  Krishna
Prasad Sitaula, Vorsitzender der größten nepalesischen Partei, brandmarkte
die Ausgangssperre als undemokratisch und verfassungswidrig. „To protest peacefully is the fundamental and natural right of the people.”
 
Seit Beginn der Proteste, vor
gut zwei Wochen, wurden mindestens acht Menschen getötet und Hunderte verletzt.

 
Der Konflikt schwelt jedoch
schon länger: Vor etwas mehr als einem Jahr riss König Gyanendra
die Macht an sich und warf den demokratisch gewählten Politikern vor, mit den
Problemen des Landes nicht fertig zu werden. Dabei spielte er auf den seit
Jahren andauernden Kampf mit maoistischen Rebellen an. Seither regiert er
autoritär und hat wesentliche demokratische Rechte ausgehebelt.
 
Mittlerweile zeigt sich auch Indien beunruhigt. Zum
wiederholten Male hat der Sondebotschafter Indiens den König aufgefordert, die Demokratie
wiederherzustellen und in einen Dialog mit seinen Kritikern einzutreten.
 
Direkte Beschreibungen von Bloggern über die
Lage vor Ort finden sich hier.
Auffallend uninteressiert zeigen sich übrigens die deutschen Medien.


No votes yet.
Please wait...

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*