Nepal – Proteste, Tote und doch Hoffnung

Hinweise fordern die Bevölkerung auf, in ihren Häusern und Wohnungen zu bleiben. Bei Zuwiderhandlungen droht der Tod,
 die Polizei
hat Schießbefehl – auf jeden der sich auf der Straße zeigt. Das sie es ernst
meinen beweisen die zwölf Toten, die es seit Beginn der landesweiten Proteste
am 6. April gab.
 
Trotz dieser martialischen Drohungen versammelten
sich gestern zwischen 30.000 und 100.000 Menschen an
den Stadtgrenzen Katmandus, der Hauptstadt des Bergstaates.
 
Der Widerstand gegen König Gyanendra erfasst immer weitere Kreise der
Bevölkerung. Ärzte, Ingenieure, Juristen, Lehrer, Professoren und auch
Staatsangestellte haben sich den Protesten angeschlossen. Sie alle fordern eine Rückkehr zur Demokratie. Diese wurde erst 1990 in
Nepal eingeführt – auf Druck Indiens. König Gyanendra hebelte jedoch Anfang
letzten Jahres die demokratischen Institutionen aus und machte sich zum
Alleinherrscher. Damit führt er eine Tradition fort, die sein Vater 1960 initiierte
– damals stürzte dieser die Demokratie in Nepal.
 
Doch die jetzige Diktatur könnte
schon bald vorbei sein. Denn der internationale Druck auf den Monarchen wächst.
Indien und die USA sehen Gyanendra zunehmend kritisch und auch China, bisher
sehr zurückhaltend, macht Druck. So sollen bereits Gerüchte kursieren, dass die königliche Familie damit begonnen hat, ihren Besitz ins Ausland zu verschaffen. Im Moment wird die Monarchie
noch vom Militär gestützt,„doch dürfte auch innerhalb der Sicherheitskräfte die Solidarität allmählich abbröckeln.“
 
Die Hoffnungen also, dass der Kettenrauchende, sich von Astrologen beraten lassende König bald zurücktreten muss und
die Demokratie erneut Einzug halten wird, sind nicht unbegründet.
 
An dieser Stelle sei noch
einmal auf das nepalesische Blog „United We Blog! For a Democratic Nepal“  verwiesen, dass
sehr gute Informationen von vor Ort bietet.

Eine Meinung

  1. Die Hoffnung war ja nicht ganz unbegründet, siehe hier.

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