Militärschlag gegen Iran ist keine Lösung

Die negativen Folgen, so
Haass, würden den Nutzen bei weitem übersteigen. Das größte Problem sieht er in
einem immer weiter eskalierenden Konflikt. Das könnte etwa so passieren: Die
USA greifen iranische Nuklearanlagen an. Daraufhin setzt Teheran die Hisbollah
und den islamischen Dschihad in Marsch und greift außerdem US Truppen und deren
Verbündete im Irak und in Afghanistan an. Daraufhin greifen US Truppen wiederum
weitere Ziele im Iran an. Und schon steckt man mitten im nächsten Golfkrieg.
 
Ebenfalls auf der
Negativseite stehen die wirtschaftlichen Folgen. Der Ölpreis dürfte im
Konfliktfall die 100 USD Marke sprengen und könnte zu einer globalen Rezession
führen.
 
Sollten gar Nuklearwaffen
eingesetzt werden, so genannte Mini Nukes, steht sogar das gesamte Non-Proliferationssystem auf der Kippe. Schließlich würden damit
erstmals seit mehr als sechzig Jahren Nuklearwaffen in Kampfhandlungen
eingesetzt. Und wenn die USA dies machen, was hindert andere Nuklearmächte dann
noch am Einsatz ihrer Waffen?
 
Haass rät Washington „searching harder for a diplomatic alternative“. Die USA sollten in direkte
Gespräche mit dem Iran eintreten, ihm Sicherheitsgarantien und wirtschaftliche
in Aussicht stellen. Im Gegenzug müsste der Iran sich zu uneingeschränkten
Inspektionen seines Nuklearprogramms bereit erklären und auf die
Urananreicherung im großen Stil verzichten.
 
Ob`s funktioniert? Weiß man
nicht so genau. Falls nicht, könnte man aber immerhin sagen, man hat alles
versucht. Und notfalls liegen die Pläne für eine militärische Option ja in der
Schublade.   

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*