Mehmet Scholl und die ARD gehen getrennte Wege

Mehmet Scholl und die ARD gehen getrennte WegeNach dem Eklat wegen der Dopingberichterstattung der ARD rund um die russische Nationalelf war wohl keine andere Lösung mehr möglich: Mehmet Scholl (46) und der Sender haben sich voneinander getrennt.





Ursache: Berichte über Doping im russischen Nationalteam

Hintergrund der Trennung ist die Berichterstattung der ARD über Doping-Vorwürfe gegen die russische National-Elf im Rahmen der Confed-Cup-Berichterstattung. Scholl hatte zweimal als Co-Moderator gefehlt, weil er sich im Vorfeld der Sendungen geweigert hatte, über die Vorwürfe im TV zu sprechen – er hielt das Thema für nicht relevant. Stattdessen wollte er die Erfolge der DFB-Mannschaften vor der Kamera thematisieren. Beide Male sprang Thomas Hitzlsperger für Scholl vor der Kamera ein.

Doping im Fußball als Reizthema

Das Mehmet Scholl dem Thema „gedopte Fußballer“ kritisch gegenübersteht, ist nicht neu. Wie viele andere aktive und Ex-Fußballspieler behauptet er, Doping würde beim Kicken keinen Sinn machen, da der Sport an sich zu komplex ist. Eine Meinung, die bei Anti-Doping-Vertretern sehr umstritten ist, denn Doping scheint auch im Fußball stattzufinden: Eine Studie hat jüngst ergeben, dass die Anzahl gedopter Fußballer um fast 40 Prozent angestiegen ist: Das besagt eine interne Auswertung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), die dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL im Mai dieses Jahres zugespielt wurde. Allein im Jahr 2016 wurden 218-mal verbotene Substanzen im Blut und Urin von Fußballprofis entdeckt – im Vorjahr waren es noch 160. Um welche Spieler es sich handelt und wie die Dopingverstöße geahndet wurden, ging aus den geleakten Dokumenten der WADA nicht hervor.

Kündigung per Telefon

Laut einer Meldung der Abendzeitung München hat Mehmet Scholl der ARD in einem Telefonat mitgeteilt, dass er dem Sender nicht mehr zur Verfügung steht. Damit verzichtete Scholl auf ein Jahressalär von 250.000 Euro und zusätzliche Einsatzprämien. Warum der Ex-Bayern-Star, der für die ARD seit dem Jahr 2008 auf Sendung ging, letztendlich gekündigt hat, ist nicht bekannt. Scholl hat sich dazu noch nicht öffentlich geäußert.

Bildquelle: Starpress, 02134472, PATRICK BECHER

Eine Meinung

  1. Das ist wirklich Schade. Ich fand immer, dass Mehmet unglaublich viel Fachwissen und Erfahrung eingestreut hat. Außerdem auch mal den Mut hatte die Entscheidungen des Bundestrainers und co. anzuzweifeln. Man merke auch immer noch, dass der Fußball seine Leidenschaft ist. Ich bin mal gespannt werden in dei Fußstapfen treten will.

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