Max & Katie in Saal 3

Bei 11 Terminen plus einem Zusatzkonzert in Stuttgart wegen
der großen Nachfrage röhrt er eine halbe Stunde lang seine funkigen
Soulballaden, begleitet von drei unverkabelten Musikern. „Herzlich Willkommen,
Hamburg! Ich bin Max Mutzke“, so seine Begrüßung, das Publikum lacht. Später
greift der Künstler dann selber zu den Drumsticks und schmettert unter anderem
Bill Withers’ „Ain’t no Sunshine“ und seinen ersten Hit „Just can’t wait until
tonight“. Die Menge klatscht, grölt mit und ist in der richtigen Stimmung für
noch mehr gute, handgemachte Musik.

Eine winzige Person mit dunklen Kringellocken, ein wenig wie
Momo, kommt mit vier Musikern auf die Bühne. Eineinhalb Stunden spielt die
Wahl-Londonerin Songs ihres Debut-Albums „Call of the Search“ und Neues von der
aktuellen Scheibe „Piece by piece“. Im Hintergrund kunstvolle, auf die Musik
abgestimmte Projektionen.
Andächtiges Lauschen bei der Schluchz-Ballade „I cried for
you“, kollektives Fußzucken bei „Mockingbird song“. Der Versuch, das Publikum
eine kleine Tonfolge einsingen zu lassen, endet in einem unschlüssigen Jaulen.
Ihre Reaktion: „Oh fuck!“
Zwischendurch erzählt die 22-jährige Anekdoten: „Vor ein paar
Wochen ist ein älterer Herr im Publikum umgekippt und wurde von den Sanitätern
versorgt. Ich sagte daraufhin, ich hoffte, es würde ihm bald besser gehen, und
widmete ihm den nächsten Song. Ich hätte einen Blick auf die Setlist werfen
sollen – der nächste Song war `Just like heaven`!“.
Für den Canned Heat-Klassiker „On the road again“ schwingt
sie das Tamburine und tanzt ausgelassen, ihr dünner Gürtel rutscht immer weiter
abwärts. Als sie zur letzten Strophe ansetzt muss sie dann doch lachen: „Meine
Band ist der Meinung, ich sollte den Gürtel loswerden. Also werd ich das wohl
tun.“ Und weiter ging’s, mit einer Stimme, die sich im Studio nicht besser
anhört, und einer guten Mischung aus Uptempo-Nummern und Balladen.

Katie Melua
Max Mutzke

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