Manneken Pis: Ein Wahrzeichen Brüssels

Die gerade mal 61cm große Bronzestatue wurde vom Bildhauer Hieronymous Duquesnoy im Jahre 1619 geschaffen und befindet sich genau zwischen der Rue de l“Etuve und der Rue des Grands Carmes. Angeblich soll es schon zuvor eine ähnliche Statue gegeben haben, aber – wie auch das Manneken – war sie so begehrt, dass manch ein Langfinger sich an ihr bediente. Heute befindet sich die Originalstatue abgesichert im Maison du Ruis.

Legenden um den Manneken Pis

Welcher Schlingel nun Inspiration für die Statue war, ist nicht so sicher, denn die Legenden wuchern wild um den jungen Mann. Die wohl bekannteste umfasst jedoch Godfrey III von Leuven, einen zwei-jährigen Herzog, den seine Soldaten im Kampf gegen die Berthouts in einer Wiege in die Bäume legten, um ihnen Glück zu bringen. Von da aus soll er auf die feindlichen Soldaten gestrullert haben und verhalf seinen Männern so zum Sieg.

Eine modische Brunnenfigur

Immer nur nackt bekommt man den Manneken Pis nicht zu sehen, denn seit hunderten von Jahren ist es Tradition, ihn in den unterschiedlichsten Kostümen zu verkleiden. Ob als Orgelbauer, Elvis, Dracula oder Obelix, den Belgiern ist kein Scherz zu schade für die bunte Kostümierung des Wahrzeichens.

Für Feministen interessant: das weibliche Pendant Janneken Pis wurde 1985 von Denis-Adrien Debouvrie errichtet und befindet sich im Getrouwheidsgang, wer also das ideale Fotopärchen sucht, der hat es in Manneken und Janneken gefunden und wer die Dreifaltigkeit bevorzugt, kann dazu den Zinneke Pis aufsuchen, einen pinkelnden Bronzehund in der Rue des Chartreux.

Manneken-Doppelgänger gibt es übrigens auf der ganzen Welt. In Japan schmückt er einen Bahnhof, in Rio de Janeiro ist er Maskottchen eines Fußballclubs und in Orlando, Florida, durfte er Aushängeschild eines Waffelshops sein. Dessen Besitzer hatte jedoch nicht mit den empfindlichen, amerikanischen Gemütern gerechnet und musste den Nackedei wieder abmontieren.

In Brüssel wird sich wohl niemand entrüsten und daher wird es hoffentlich auch weiterhin den Manneken Pis mit und ohne Kostümierung geben. Dass man ihn manchmal auch an ein Bierfass anschließt und zum Feiern einlädt, ist dann trotzdem etwas merkwürdig.

Weiterführende Links

http://ultragross.blogspot.com/2010/04/manneken-pis-wee-statue-that-pees.html – Eine Auswahl an Manneken Pis-Kostümen

Eine Meinung

  1. Manneken Pis wurde im Laufe der Jahrhunderte tatsächlich mehrfach entführt. Jeanneke hat man direkt eingegittert. Zinneke ist auch schon einige Tage verschwunden gewesen (das gab einen ziemlichen Aufschrei), wurde dann aber wieder montiert. War kein Diebstahl, wie sich später rausstellte.

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*