Im Osten nichts Neues

Turkmenbashi war nicht einfach nur ein brutaler Diktator, nein er war ein Diktator der sein eigenes, dunkles Disneyland inszenierte. Der Bevölkerung war dabei die Rolle von devoten Statisten zugedacht: „There's a poster or a statue of him in nearly every public space. The golden likeness of the former communist party boss-turned-dictator is in the center of the capitol, always rotating to face the sun. His picture is on the airplane that brings you to the main port town called Turkmenbashi. It watches over workers in the field, over children in school, over drivers on the road. He's also on the money, and he's even on the national vodka."

Nun ist er also tot. Und sein potentieller Nachfolger versprach gar unglaubliches: "Internet should be accessible to every one of our citizens."

Klingt danach, als wolle der Interimspräsident mit dem für europäische Zungen nahezu unaussprechlichen Namen Gurbanguli Berdymukhamedov, ein neues Kapitel in der turkmenischen Geschichte aufschlagen. Doch der Schein trügt leider.

Wenn schon der Vorsitzende der Wahlkommission, Murad Kariyev, öffentlich beteuert, dass er Berdymukhamedov für einen würdigen Nachfolger Niyazovs hält und alles dafür tun würde, ihn zu dessen Nachfolger zu machen, bleibt keine Frage mehr offen.

Um dies zu ermöglichen, wurde schnell noch die Verfassung geändert, denn eigentlich sah ein Passus vor, dass der Interimspräsident nicht zur Wahl am 11. Februar antreten darf. Dazu passend, wurde der Parlamentssprecher, qua Verfassung Interimspräsident, kurz nach dem Tode des Turkmenbashi von der Staatsanwaltschaft mit Betrugsvorwürfen behelligt. Seine Karriere fand damit ein abruptes Ende.

Berdymukhamedov tritt deshalb nur gegen fünf andere, kaum bekannte Bewerber an, die nicht mehr als Zählkandidaten sein dürften. Ihre Aufstellung dient allein der demokratischen Fassade.

Der Auserwählte selbst kann dagegen auf eine „eindrucksvolle" Karriere unter Niyazov zurückblicken, er war Gesundheitsminister sowie stellvertretender Premierminister. Das turkmenische Gesundheitssystem gilt als eines der schlechtesten in der ehemaligen UdSSR. Außerdem war Berdymukhamedov, als Gesundheitsminister, für die Schließung aller Krankenhäuser außerhalb der Hauptstadt verantwortlich.

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