Knüller: Schüler in NRW wissen wenig über die DDR

Die DDR spiele im Leben der Schüler offenbar keine Rolle, resümiert der Chefforscher weiter. Und die Medien melden die mutmaßliche Sensation unreflektiert in die Öffentlichkeit hinaus. Alle großen Nachrichtenverteiler sind dabei. Nachgefragt hat aber keiner.

In welchem Alter waren und aus welchen Schulformen kamen die Schüler? Und welche Kompetenzvermittlung sehen denn die Schulen zu dieser Frage vor? Unbeantwortet, aber nicht unwichtig. Ich habe mir die Mühe gemacht und den aktuell gültigen Lehrplan Geschichte für die gymnasiale Sekundarstufe 1 heruntergeladen und gelesen. Ich weiß natürlich nicht, ob die Befragungen an Gymnasien stattgefunden haben. Sollte dem aber so sein, wobei es in anderen Schulformen eher noch schlechter konzeptioniert sein wird, dann würden die Schüler erst gegen Ende der neunten Klasse mit folgendem "Inhaltsfeld" konfrontiert worden sein:

11. Inhaltsfeld: Neuordnungen der Welt und Situation Deutschlands 
Schwerpunkte:
– Aufteilung der Welt in „Blöcke" mit unterschiedlichen Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen
– Gründung der Bundesrepublik, Westintegration, deutsche Teilung
– Zusammenbruch des kommunistischen Systems, deutsche Einheit
– Transnationale Kooperation: Europäische Einigung und Vereinte Nationen

In diesem Inhaltsfeld geht es um die gesamte Nachkriegsgeschichte und nicht mal nur um die deutsche. Hier soll die internationale Blockbildung, die Geschichte der Bundesrepublik, die Geschichte der DDR, diejenige der USA und der Sowjetunion, die der NATO, sowie der gesamte Zusammenbruch des sozialistischen Systems, die Phase der europäischen Einigung, sowie auch noch die Historie der Vereinten Nationen behandelt werden.

Bitte? Wenn man jetzt noch bedenkt, dass ein gesamtes Inhaltsfeld maximal ein halbes (aber absolut maximal ein halbes) Jahr behandelt werden könnte UND dafür ZWEI Unterrichtsstunden pro Woche abzüglich der diversen Ausfallzeiten wegen Erkrankung, Fortbildung und keine Lust der Lehrer zur Verfügung stehen UND ein halbes Schuljahr sowieso kein halbes Zeitjahr ist, SOMIT für ein Inhaltsfeld round about 30 Stunden (!) zu belegen sind, dann muss man sich fragen, wie denn die Schülerinnen und Schüler bitte schön an ein fundiertes Wissen über die DDR gekommen sein sollen?

Fragt aber keiner. Ist das nicht merkwürdig?

[Bildquelle: pixelio.de | laberfischmann]

Keine Meinungen

  1. Helfen würden da vielleicht auch die Kindernachrichtenin der Tageszeitung oder im Fernsehen. Wenn der Fernseher für Kinder schon genutzt wird warum nicht für Wissen macht ah, Kindernachrichten Logo ……

  2. „Vorwärts immer rückwärts nimmer“, sagte einmal Erich Honecker.Sie sendeten ihre Trojanischen Pferde aus und die Westdeutschen merkten es überhaut nicht.14. Februar 2008. Stasi-Schwärmerin Wegner (Landtagsabgeordnete der Linken)Die Landtagsabgeordnete der Linken hatte den Bau der Mauer vor 47 Jahren gerechtfertigt und zudem die Wiedereinführung der Stasi befürwortet.Wörtlich sagte Wegner, 60, in einem Interview der ARD-Sendung “Panorama” am Donnerstag: “Der Bau der Mauer war in jedem Fall eine Maßnahme, um sozusagen zu verhindern, dass weiterhin Westdeutsche in die DDR konnten.” Und über den Staatssicherheitsdienst: “Ich denke (…), wenn man eine neue Gesellschaftsform errichtet, dass man da so ein Organ wieder braucht, weil man sich auch davor schützen muss, dass andere Kräfte, reaktionäre Kräfte, die Gelegenheit nutzen und so einen Staat von innen wieder aufweichen.”Die Täter von damals gestalten Heute unbehelligt in Führungspositionen unsere Demokratie oder beziehen hohe Renten.   Wir haben die DDR aus der Kloake gezogen,jetzt ist die Infrastruktur und die marode Industrie modernisiert,da bekommen wir einen riesengroßen Tritt in unseren Allerwertesten. Nach Ablauf der nächsten 50 Jahre bekommen wir dann das,bis dahin marode,von den Honecker – Kommunisten – Erben heruntergewirtschaftete Landgrinsend wieder vor die Füße geworfen. http://www.poolalarm.de/kindersuchdienst/leserbriefe.html#stasi-linke

  3. DDR – Sozialistische Literatur. Mit meinem Plädoyer für den literarischen Egoismus, der vor dem Hintergrund meiner persönlichen Geschichte zu sehen ist, wende ich mich gegen jene schlechte sogenannte sozialistische Literatur. Offene, verworrene Texte können gefräßige Feinde totalitärer Systeme sein. Drum gelten sie in Kuba als subversiv. Wenn jemand auf der Straße “Nieder mit Fidel” ruft, so ist damit zwar einerseits alles gesagt, aber es ist schon bald bedeutungslos. Es ist das Beste über Kafka. Dessen literarisches Konzept wie eine Theorie oder Haltung zur Welt zu lesen kommt Kafka am nächsten. Auch die Auffassungen von der Zugehörigkeit zur Territorialität gefällt mir. Die Visionen Kafkas sind wie der Extrakt einer Philosophie.http://www.text-blog.net

  4. DDR wurde bei usn sehr stark behandelt. Jedoch muss man da wohl auch regionale Unterschiede betrachten. In den Altbudnesländern ist die Thematik über die deut. Geschichte hinaus ja noch aktuell.

  5. Das Thema DDR wurde bei uns auch erst recht spät behandelt. Für mich steht aber auch fest, wenn man all seine Allgemeinbildung nur aus dem Schulunterricht beziehen wurde, so wäre manch einer ganz schön unterbelichtet. Die Schule fasst viele Themen kurz theoretisch an, aber um alles was darüber hinaus geht muss man sich irgendwie selbst kümmern. Im Grunde ist mein Wissen über die Nationalsozialismus im Hinblick auf den Schulunterricht auch recht kurz geraten. Es gibt eine starke Konzentration auf gewisse Aspekte des Nationalsozialismus, aber das war’s dann auch. Man erhält lediglich ein Konzentrat, das nötige Wasser um aus dem Instantpulver auch einen Cappuccino zu machen, muss man aber noch selbst aufgießen.

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*