Jedes Jahr im September

Das ist nicht die einzige Frage, die ich mir heute stelle.
Auf allen Kanälen wird zum 5. Jahrestag das wiederholt, was in den Vereinigten Staaten zur Dauerserie avancieren scheint. Und auch ich, obwohl schon hundert Mal die einstürzenden Türme gesehen, schaue es mir jedes mal wieder an und ertappe mich dabei, wie ich immer wieder auf ein Hollywood-Ende hoffe.
Jetzt ist alles anders. In der U-Bahn beschleicht mich so manches Mal ein mulmiges Gefühl, und ich denke dann immer, jetzt nicht rumspinnen. Das geht nicht, diesen Krieg werde ich nicht gegen mich führen. Nicht hier in Berlin und nirgendwo sonst. Klar denke ich öfter an die 3000 Opfer des 11. Septembers, die nur ein kleine Zahl ausmachen gegenüber jenen, die jeden Tag fernab von Kameras sterben müssen.
Und mal ehrlich: Wen interessieren die Hunderte von Toten, die seit diesem Tag vor fünf Jahren in Kabul oder Bagdad namenlos gestorben sind. Die Welt ist anders geworden. beängstigender, größer, komplexer, verworrener. Religiöser. Auch wenn man hier in Berlin nur im Fernsehen etwas davon mitbekommt in jedem Jahr. Im September.

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Eine Meinung

  1. Ein Text, der nachdenklich stimmen sollte. Es wäre ein positives Zeichen am 11.09. an alle zu denken, die einen gewaltsamen Tod starben. Übringens gibt es in der BRD jedes Jahr rund 2.400 Opfer von Mord und Totschlag.

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