It´s so cool to be hot

Egal ob es sich um die Gründer von Flickr, Skype und Jajah (free your voice!) handelt, ob um John Naisbitt (der Godfather der Futurists, der 1982 den Mega-Seller „Megatrends“ schrieb), Science-Fiction-Autor, Visionär und Cyberpunk-Mitbegründer Bruce Sterling, BMW-Chefdesigner Chris Bangle mit dem Club of Piioneers, oder Fiat-Erbe und Markenvisionär Lapo Elkann mit seinem Projekt Italia Independent – sie alle haben in meinen Gesprächen und Interviews eines bewiesen: Sie denken voraus. Wild und frei. Sie machen ihr Ding, egal was andere dazu sagen. Sie sind mutig – und heiß.

Die Zeit des Zynismus, des coolen distanzierten Beobachtens, ist definitiv vorbei. Dem Blitz der Idee auch Taten folgen lassen – das ist angesagt. Beeindruckt hat mich etwa David de Rothschild (coole Website!). Er erfand den Ausdruck und die Praxis von „Adventure Ecology“. Er spricht nicht nur über Klimakatastrophe und Müllprobleme – er tut auch etwas dagegen. Er, der als jüngster Mensch beide Pole betreten hat, schafft sich gerade ein neues Umwelt-Abenteuer: Aus leeren Plastikflaschen will er ein Segel-Floß bauen, vergleichbar der Kon-Tiki Thor Heyerdahls, und damit in den Pazifik segeln – dorthin wo asiatische Staaten tonnenweise ihren (Gift)müll versenken.

„Wenn mich zu viele Leute verstehen, dann mache ich etwas falsch“, sagte mir Science- Ficition-Autor Bruce Sterling im Interview. „Ich habe den Anspruch, ganz weit vorne an den Grenzen des Denkens tätig zu sein. Klar dass da die meisten nicht mehr mitkommen und mich für verrückt halten. Aber ich halte das aus. Wer sechs Wochen alleine in einem Raum nur mit sich selbst sein kann, um ein Buch zu schreiben, für den sind nicht die Urteile der anderen Menschen die wahre Herausforderung, sondern seine eigene oft dunkle Seite, aus der sich meine Phantasie speist“.

In vielen Bereichen gilt jedoch: die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei. Caterina Fake, Erik Wachtmeister und Lars Hinrichs, die Gründer von Flickr, ASmallWorld bzw. openBC / Xing bewiesen in ihren Statements, dass es in Zukunft nur noch gemeinsam geht, als Community. Kollektive Intelligenz, Schwarmintelligenz, das sind die Zauberworte, die diese neuen digitalen Gemeinsachften vormachen. Und dabei eine Menge Spaß haben.

Hey, wir leben in spannenden Zeiten! Wer heute nichts hat, wofür er geht und kämpft und brennt, ist so was von „last millennium“. Und das ist der Verdienst von Hubert Burda´s DLD: Zeigen, was heute bereits möglich ist. Die Richtigen zusammenbringen. Ich bin sicher, dass für die meisten Teilnehmer der Inspiration jetzt die Transpirationen folgt – beim Anpacken und Realisieren des Neuen, das in die Welt kommen will.

Foto: Christoph Santner

Eine Meinung

  1. >In vielen Bereichen gilt jedoch: die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei. Caterina Fake, >Erik Wachtmeister und Lars Hinrichs, die Gründer von Flickr, ASmallWorld bzw. >openBC / Xing bewiesen in ihren Statements, dass es in Zukunft nur noch gemeinsam >geht, als Community. Kollektive Intelligenz, Schwarmintelligenz, das sind die >Zauberworte, die diese neuen digitalen Gemeinsachften vormachen. Und dabei eine >Menge Spaß haben.

    „die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei“ -> Das stimmt nicht, stimmte noch nie, wird auch nie stimmen.

    Der Unterschied zu früher und heute ist nur, dass die Schwarmintelligenz heute durch das Internet erst ermöglicht wurde… und natürlich dies in der Zukunft bis zum umfallen genutzt werden wird und nun auch „kann“.

    Das hat aber garnichts mit Einzelkämpfern zu tun. Vielmehr bin ich der Überzeugung das in der Zukunft gerade Einzelkämper vermehrt zum tragen kommen, weil sie keine Kompromisse eingehen müssen, und sie zudem Zugriff auf unendlich mehr Informationen haben als noch vor 15 Jahren.

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