Ist Alzheimer ansteckend? – Neue Erkenntnisse

Mehrere Forschergruppen haben in Studien nachweisen können, dass Alzheimer durch die Zusammenwirkung von Proteinbündeln und Eiweißplaque verursacht wird und dass kranke Proteinbündel, gesunde Eiweiße infizieren können. Soweit wurde es von vielen Zeitungen und Webseiten berichtet.

Alzheimer wird durch Wechselwirkung ansteckend

Bei der Versuchsreihe wurden menschenähnliche, von Mäusen produzierte, kranke Tau-Proteine in einen gesunden Mäuse-Hippocampus übertragen. Man stellte anscheinend fest, dass sich auch hier die falsch gefalteten Eiweiße auf die gesunden Zellen auswirkten. Bei Alzheimer ist zuerst meist der Hippocampus betroffen, deshalb kommt es beispielsweise zu Gedächtnisstörungen.

Danach lag der Verdacht für viele Medien nahe, dass die Proteinbündel den Prionen, anderer spongialen Enzephalopathien wie Creutzfeldt-Jakob ähnlich sind und von Mensch zu Mensch überspringen. Ähnlich wie Scrapie (Traberkrankheit) bei Schafen oder BSE bei Rindern.

Mutation der Prionen bisher unbekannt

Bisher war unbekannt wieso normale Prionen sich in die krankheitsverursachende Mutation verwandeln. Die Ergebnisse der Studie könnten doch auch für die pharmazeutische Industrie interessant sein. Da möglicherweise neue Wege aufgezeigt werden, wie die Demenz-Krankheit beziehungsweise deren Ausbreitung zu stoppen ist, indem man die Erkrankung  durch die sogenannten Tau-Proteinen und Eiweißplaque verhindert, wenn möglich.

Allerdings ist nicht direkt nach der Injektion des kranken Proteins, eine Krankheit entstanden. Es wird angenommen, dass die Krankheit durch eine Langzeit-Potenzierung entsteht, wie man hier lesen kann. Von schneller Ansteckungsgefahr kann also keine Rede sein.

Ansteckungsgefahr, wenn überhaupt gering

Wie focus.de unter Berufung auf die ddp berichtet, sagte eine der Forscherinnen von der Uni Basel, Florence Clavaguera, dass eine Ansteckung zunächst nicht befürchtet werden müsse, vielmehr sei die Verbreitung innerhalb des Hirns mit diesen Erkenntnissen nachzuvollziehen.

Anstatt der Panikmache, hätte man vielleicht eher den wissenschaftlichen Wert einer solchen Entdeckung in den Medien aufzeigen sollen. Nicht, dass es ansteckend ist, ist doch die Nachricht, sondern, dass man ein paar der Mechanismen verstanden hat.

Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Magazin „Nature Cell Biology“ publiziert.

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