Iran und sein Nuklearprogramm


Iran trat 1970, noch unter
dem Regime des Schah, dem Atomwaffensperrvertrag bei und verzichtete damit auf
ein eigenes Nukleararsenal. Gleichzeitig kann er jedoch die friedliche Nutzung
der Kernenergie vorantreiben und dabei sogar auf Unterstützung der
Weltgemeinschaft hoffen. Tatsächlich unterstützte der Westen Iran bis zur
iranischen Revolution von 1979 bei seinen zivilen Atomaktivitäten.

Danach herrschte lange Zeit
Ruhe. Die iranischen Geistlichen erklärten die Bombe als unvereinbar mit dem
Islam. Erst durch den Krieg mit dem Irak und dessen Angriff mit Chemiewaffen in
den 80er Jahren wurde das Atomprogramm wieder aktuell. Iran verfügte über
keinerlei Abschreckungs- oder Vergeltungswaffen, das sollte sich ändern.

Seit dem Krieg in
Afghanistan 2001 und dem Irakkrieg 2003 eskaliert die Lage zusehends. Der Iran
fühlt sich durch die US Präsenz an seinen Grenzen zunehmend in die Enge
getrieben. Darüber hinaus verfügen viele Staaten in seiner unmittelbaren
Nachbarschaft (Russland, Indien, Pakistan, Israel) über Nuklearwaffen. Der Iran
forcierte als Reaktion sein Nuklearprogramm.

Problematisch ist die
Einschätzung seiner Absichten. Zwar hat der Iran laut Atomwaffensperrvertrag
ein legitimes Recht auf die Nutzung der Atomenergie, allerdings verläuft nur
ein schmaler Grat zwischen militärischem und zivilem Gebrauch.

Das Verhalten Irans in der
Vergangenheit gibt allerdings Anlass zur Sorge. Einerseits erfolgte eine nur
unzureichende Kooperation mit der IAEO. Selbst trug Teheran wenig zur
Verifikation seiner Aktivitäten bei. Immer mehr geheime und bisher nicht
deklarierte Aktivitäten wurden entdeckt. Außerdem arbeitet der Iran parallel an
Raketen mit mittlerer Reichweite (1500 km), die nach Meinung von Experten nur
Sinn haben, sofern sie als Träger für Nuklearsprengköpfe genutzt werden.

Die EU versucht dem Iran
durch gezielte (wirtschaftliche) Anreize seine militärischen Nuklearambitionen
zu nehmen. Die USA lehnen direkte Verhandlungen mit Teheran ab. Genau hier
liegt das Problem, denn der Iran verlangt eine Nichtangriffsgarantie Washingtons.
Die Lage ist Verfahren und nützt eigentlich nur den Iranern, denn so gewinnen
sie Zeit an der Bombe zu basteln – sofern sie dies tun. Hiervon geht aber mittlerweile
selbst die IAEO aus und verwies die Angelegenheit an den Sicherheitsrat der
Vereinten Nationen.

Sollte Teheran der Griff
nach der Bombe glücken, wären Instabilität, das Ende des
Atomwaffensperrvertrages, ein neues Wettrüsten im Nahen Osten und eine direkte
Gefährdung Israels und Europas die Folge. Keine erfreulichen Aussichten.

Fakten zum iranischen Atomprogramm

IAEO zum Thema Iran

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