Iran: Islamischer Dresscode soll stärker durchgesetzt werden

„So Gott will, werden wir die Kampagne am Sonnabend starten“, 
erklärte Teherans Polizeisprecher Mohammad Tourang gestern
der Nachrichtenagentur „Reuters“. Dieser Schritt ist Teil einer
staatlichen Initiative gegen „asoziales Verhalten“, die auch laute
Musik und den grassierenden Drogenkonsum unter Irans Jugendlichen zur
Zielscheibe hat. Auch Leute die ihre Haustiere ausführen oder Männer mit
„ausländischen Frisuren“ müssten mit Geldstrafen von bis zu 60 Euro
rechnen, so der Sprecher weiter.

Mit dieser Kampagne will die religiöse Elite des Landes um Ayatollah Khamenei
die Werte der Islamischen Revolution vor „korrumpierenden westlichen Einflüssen“
schützen. In den acht Jahren Regierungszeit des reformerischen Präsidenten
Khatami legten viele junge Frauen in den Metroploen Irans den schwarzen
Schleier, der in den Anfangsjahren der Islamischen Republik dominierte, ab und
begannen farbenfrohe Hijabs zu tragen, die oftmals nur einen Teil der Haare
verdeckten. Zwar galten auch damals die gleichen Kleidungsvorschriften, doch
wurden diese häufig kaum kontrolliert und Verstöße geahndet.

Dem neuen Staatschef Mahmud Ahmedinejad und seinen Anhängern aus der frommen
Unterschicht sind diese Neuerungen zuwider. Frauen, die deren Vorstellungen von
islamischer Moral nicht befolgen wollen, riskieren von nun an erneut Schläge,
Geldstrafen oder gar einen Gefängnisaufenthalt, wenn die Religionswächter ihr
Aussehen als „unislamisch werten“.

Mehr zu diesem und anderen Themen rund um den Nahen Osten gibt`s bei alsharq.

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