In dubio pro reo

Am 7. Februar vergangenen Jahres wurde die 23-jährige Deutsch-Türkin Hatun Sürücü in Berlin niedergeschossen. Eine Woche später nimmt die Polizei die drei Brüder des Opfers unter dringendem Tatverdacht fest. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes. Der jüngste der drei Tatverdächtigen gesteht daraufhin die Tat, seine Brüder sollen nach seiner Aussage nicht an der Tat beteiligt gewesen sein.
 
Heute erging das Urteil: neun Jahre und drei Monate für den jüngsten, Freisprüche für die älteren Brüder. Freisprüche mangels Beweisen. Die Umstände der Tat konnten nicht geklärt werden.  Am Ende stand eine Zeugin der Anklage, die sich an wichtige Details auffällig spät erinnerte, einer Zeugin der Verteidigung gegenüber, die Gelegenheit hatte, ihre Aussage mit Hilfe von Verhörprotokollen vorzubereiten, die sie nie in die Hand hätte bekommen dürfen. Etwas anderes als ein Freispruch konnte bei dieser Lage der Dinge kaum herauskommen – im Zweifel für die Angeklagten.
 
EDIT: Ein guter Artikel mit vielen unterschiedlichen Meinungen.

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