Ich will Anerkennung!

Das Thema Wertschätzung begegnet mir in meiner Praxis täglich. Eines der wichtigsten persönlichen Ziele lautet: „Ich will anerkannt werden". Beim Ärger um fehlende Anerkennung oder Wertschätzung geht es meist nicht um Geld, sondern um kleine alltägliche Dinge.

Der Kantinenbesitzer ärgert sich über seine Gäste. „Ich koche hochwertiges Essen mit den feinsten und teuersten Lebensmitteln in richtig großen Portionen. Glauben Sie, ich kriege Anerkennung? Dass sich mal jemand bedankt? Nee! Die fragen nach einem zweiten Teller, damit sie sich die Portion und das Geld teilen können. Und die zahlen hier eh nur 3,60 Euro für ein komplettes Essen!"

Die Eventmanagerin ist geschockt: „Die Veranstaltung war mir sehr wichtig und ich habe den Teilnehmern nur die nackten Kosten des Hotels berechnet. Die ganze Organisation, mein Engagement und die Blumen für den Dozenten habe ich nicht umgelegt. Das heißt, ich zahle drauf. Was passiert? Zwei Teilnehmerinnen wollen gar nichts zahlen, weil sie direkt nach dem Vortrag weg müssen und nichts essen werden. Was glauben die denn, wer den ganzen Rest finanziert? Ich? Ich wette, die verdienen das Vierfache von meinem Gehalt!"

Die PR-Chefin ist sauer: "Wir laden auf exklusive Events ein. Die Gäste zahlen kein Cent. Glauben Sie, man hat es nötig, zu- oder abzusagen?"

Oder: „ich schreibe meinen Freunden, meiner Familie und meinen wichtigen Kunden zum Geburtstag jeweils eine mit Liebe ausgesuchte Karte mit einem ganz persönlichen Text. Was glauben Sie, wie viele Karten ich zum meinem Geburtstag bekommen habe? Drei Amazon electronic Cards, eine davon lieblos mit Standardtext versehen! "

Vielen Männer beklagen, dass sie fürs Türaufhalten noch nicht einmal eines Blickes gewürdigt werden. Autofahrer sind erbost, wenn sie andere vorlassen und die sich noch nicht mal bedanken. Nachbarn regen sich regelmäßig über Nichtgrüßer auf.

Der Vorstand-Vorsitzende: „Den ganzen Tag dreht es sich nur um meine Mitarbeiter. Auf die Idee, dass ich mich über ein Dankeschön für die schöne Weihnachtsfeier oder für einen ausgezahlten Bonus freuen würde, kommt keiner. Als ob Führungskräfte von Haus aus eine Verzichtserklärung für Anerkennung unterschrieben hätten".

Vielleicht denken Sie, wieso soll ich mich beim Kantinenbetreiber, beim Chef, beim Masseur oder beim Schuster bedanken, sie loben? Die werden doch dafür bezahlt. Ja. Genau wie Sie und ich.

Diese Liste könnte endlos weitergehen und ich bin sicher, Sie könnten noch viele Beispiele hinzufügen. Was also tun?

  1. Hoffen Sie auf wenig, aber erwarten Sie gar nichts.
    Mit dieser Haltung kann man nur positiv überrascht werden.
  2. An die eigene Nase packen und wahrnehmen, wo stoße ich jemanden vor den Kopf, verletze unbewusst? Wann verhalte ich mich in Zukunft mit mehr Feingefühl?
  3. Holen Sie sich Ihre Ankerkennung selbst.
    Installieren Sie Ihr ganz persönliches Belohnsystem, das unabhängig ist von Anderen.
  4. Bedanken Sie sich. Auch für scheinbar Selbstverständliches.
  5. Wenn Sie selbst gelobt werden wollen, fangen Sie an Andere zu loben.
    Loben Sie, verteilen Sie Komplimente. An Bekannte und an Fremde. So oft es geht, aber immer ehrlich gemeint. Halten Sie Verblüffung oder Argwohn aus, wir sind Komplimente halt nicht mehr gewöhnt. Und freuen Sie sich über Freude.
  6. Seien Sie empfangsbereit! Der Auftakt für einen Gruß ist der Blickkontakt. Wer betont vorbei schaut, wird mit Sicherheit nicht gegrüßt. Wer Komplimente ständig abschmettert, kriegt irgendwann keine mehr.
  7. Genießen Sie jede Form von Anerkennung so lange Sie können.

Und vielleicht geht es Ihnen dann wie mir: In Großstädten ist man daran gewöhnt, dass einem U-Bahnen und Busse regelrecht vor der Nase wegfahren. Zum dritten Mal hat nun ein Busfahrer auf mich gewartet, als ich mal wieder in letzter Sekunde um die Ecke geschossen kam. Gut, es mag daran liegen, dass am Münchner Parzivalplatz nicht so viele Fahrgäste einsteigen. In dem Fall will ich es aber persönlich nehmen!

Einen schönen Brückentag wünscht Ihnen

Monika Scheddin

5 Meinungen

  1. Danke für diesen schönen und wichtigen Beitrag!Liebe Grüße,Nane

  2. Sehr geehrte Frau Scheddin,es war wieder einmal eine große Freude, Ihre Worte zu lesen.Hierzu fällt mir einer meiner Lieblingssprüche ein:”Ein liebevoller Mensch, lebt in einer liebevollen Welt.Ein feindseliger Mensch, lebt in einer feindseligen Welt.Jeder, dem du begegnest, ist dein Spiegel.”Ken Keyes jr.Und wie man das macht…in einer liebevollen Welt leben… dafür haben Sie die richtigen Worte gefunden.Danke und sonnige Herbstgrüßesendet IhnenMichaela Wall – Doppler

  3. 🙂 Dankeschön!

  4. Anerkennung ist für jeden menschen sehr wichtig. die Meisten Menschen passen sich den Umständen an, dass sie einfach nicht grüßen oder loben etc. Man muss selbst damit anfangen Anerkennung zu zeigen und aus diesem Unwohlsein zu entkommen. So kann man die Menschen anstecken. Schlechte Eigenschaften wurden schon zur Genüge weitergegeben, es ist Zeit das zu ändern ! Wenn ich an einem Menschen vorbei gehe und aus irgendwelchen Gründen nicht gegrüßt habe, fühle ich mich sehr unwohl, und würde am liebsten zurückgehen und Hallo sagen.

  5. würde gerne valium rezeptfrei kaufen. ich habe auf der arbeit sehr viel stress,und möchte nicht dauernd zu meinem hausarzt gehen .mich plagt deshalb innerliche unruhe und schlaflosigkeit.gibt es hierfür eine möglichkeit dieses medikament rezeptfrei zu kaufen?
    mein alter(50j).

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