Hundstagebuch

Ich war eben erst duschen.
Und will
mich für fünf Minuten auch so fühlen. Abends, wenn die
Sonne nach gut einem 14- Stunden Tag endlich auch zu Bett gegangen
ist, kriechen du und ich, wir überall aus unseren Löchern.
Die Deutschen. Die kalten Frohnaturen.

Die so
wie ich mich sich wahrscheinlich ebenso fragen, ob wir hier auf mit
Malle mitten im Mittelmeer sind… oder tatsächlich an der
Spree.
War ich
früher noch dankbar, wenn die Sonne schon einen einzigen Tag
lang den Kampf gegen Wolken und Regen gewann, schaue ich heute
undankbar Richtung Himmel und frage mich, ob Petrus gerade Golfstrom
spielt.

Schlimm
ist das mit mir. Denn wenn es zu kalt ist meckere ich noch viel mehr.
Und
jetzt, wo es sooo heiß ist, hört man uns aus allen Ecken
stöhnen. Man will den Sommer ja nicht vergraulen, daher nennen
wir ihn doch gleich (mal wieder) den Jahrhundertsommer.
Und
trotzdem fühle ich mich zwischen dem Asphalt der Straßen
den Häuser, der stehenden Luft in meinem Hinterhof, als würde
dieser Sommer hier nur seine brütende Hitze abladen und kein
Sommergefühl, mit Sommerregen, Badefeeling und allem was dazu
gehört mitbringen.
Die
Häuser halten die Hitze fest, und um einen der wenigen
schattigen Liegeplätze in Parks und Schwimmbädern zu
ergattern muss man viel zu früh aufstehen.
Jedes
Wochenende nimmt man sich aufs Neue vor raus zu fahren, den
Großstadtdschungel für zwei, drei Tage den Rücken zu
kehren.

Stattdessen
verbietet es einem die Gluthitze in Bussen uns Bahnen schon, mehr als
zwei Stationen zu fahren, sitzt man in seinem Lieblingscafe, trinkt
Eisschokolade und träumt
von Sonne ohne Asphalt und Wasser ohne Wannsee.

Hundstage:
Heißeste Zeit im Hochsommer in Europa (24.07.-23.08.)

Dieser
Blog soll der erste der Reihe „Hundstagebuch“ sein, in die ich
täglich einen kurzen Wetterbericht zur Lage der Nation gebe.

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